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Goldsuche in Ägypten

Goldsuche in Ägypten

Das ist genau das, worauf wir seit der Zeit der Pharaonen gewartet haben“, schwärmt Ägyptens Industrieminister. Auch Experten erwarten große Fördermengen. - Der ägyptische Staat hat in der Wüste zwischen Assuan und dem Roten Meer nach eigenen Angaben das bisher größte Goldvorkommen in der Geschichte des Landes entdeckt. Mit den neuen Minen in der östlichen Wüste werde Ägypten in die Liga der größten Gold-Exporteure der Welt aufsteigen, erklärte Industrieminister Mustafa Rifai am 30. Oktober 2001 in Kairo. Nach Ansicht von Experten könnte das Gold schon bald zu einem der wichtigsten Export-Güter des unter Devisen-Knappheit leidenden Nillandes werden.

Auch der Australier Sami el Raghi, dessen Firma Centamin Egypt Ltd. das neue Goldbergwerk betreiben soll, schwelgt in Superlativen. “Das ist genau das, worauf wir seit der Zeit der Pharaonen gewartet haben“, sagte er bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Minister. Raghi ist gebürtiger Ägypter und hat in den vergangenen Jahrzehnten Erfahrungen in den Goldminen Australiens gesammelt.

Seine Firma hat nun eine Konzessions-Vereinbarung mit dem ägyptischen Staat geschlossen, der als Gegenleistung für die Rechte an dem Land einen Teil der Einnahmen aus dem Gold-Geschäft erhalten soll. Mit der Produktion in der Mine Sukaria soll bereits Mitte 2002 begonnen werden. Die Goldproduktion werde in der Anfangsphase bei rund 1,75 Millionen Feinunzen pro Jahr liegen, erklärte Raghi. Zum Vergleich: Südafrika, der weltweit größte Gold-Exporteur, produzierte im vergangenen Jahr 13,77 Millionen Feinunzen.

Raghi hat in den vergangenen sechs Jahren nach eigenen Angaben bereits 691 Millionen US-Dollar (1,49 Milliarden DM/rund 762 Mio Euro) in das Projekt investiert. Der Industrieminister schätzt, dass die jährlichen Einnahmen aus dem Export von Gold, Silber, Zink und Kupfer, die auf dem betreffenden Gelände ebenfalls abgebaut werden sollen, anfangs bei rund 943 Millionen Dollar pro Jahr liegen werden.

In der östlichen Wüste hatte es bereits zu Zeiten der britischen Kolonialherrschaft kleinere Goldbergwerke gegeben, die aber nicht sehr ergiebig waren. „Wir haben dem Gold hier in Ägypten aber bisher nicht genügend Beachtung geschenkt“ sagte Raghi. Der gebürtige Ägypter, der nun die Schaffung von zunächst rund 800 neuen Arbeitsplätzen versprach, will die Produktion weitgehend ohne ausländische Hilfe auf die Beine stellen.

Geschichte

Selbst heute noch sind sich die Gelehrten nicht einig, woher die Ägypter ihr erstes Gold bezogen. Sicher gilt indes, Ägypten ist das älteste Land der Goldgewinnung und Goldverarbeitung des Abendlandes. Hier schuf man schon vor Jahrtausenden monumentale Bauten mit gewaltiger Ausdruckskraft, darunter den 60 Meter hohen Obelisken zu Ehren des goldhaarigen Sonnengottes Re. Der Sage nach soll auf der vergoldeten Spitze der sich selbst verbrennende und aus der Asche verjüngt hervorgehende Benu, der Phönixvogel, die ersten Sonnenstrahlen aufgefangen haben. Nach dem Glauben der alten Ägypter soll das Gold als Regen auf die Erde herabgerieselt sein. Die zum Himmel emporragende Steinsäule ist zugleich Symbol des edelsten aller Metalle, des sonnengleichen Goldes, des "Strahlenden", wie es die Ägypter nannten.

Diese glänzenden Regentropfen fanden sich denn auch besonders reichlich in der über 2000 Meter hohen Gebirgswüste östlich von Theben zwischen Nil und dem Roten Meer. Als glitzernde Nuggets erweckten sie das Interesse der dort lebenden Menschen. Die meisten Goldkörnchen waren aber zu klein, um sie einfach auflesen zu können. So erfanden sie flache Holztröge, die sie mit dem goldhaltigen Sand und mit Wasser füllten. Auf diese Weise entstanden die späteren Goldwaschpfannen, wie wir sie spätestens seit dem kalifornischen, brasilianischen und australischen Goldrausch her kennen. Die erste Goldwäscherei ist etwa um 4000 v.Chr. eröffnet worden.

Die ägyptischen Goldsucher fanden bald heraus, da sich dieses einzigartige Metall zu sehr dünnen Blättchen schlagen lässt. Da aber das meiste Gold als Flitterchen gewonnen wurde, musste zunächst ein Schmelzverfahren entwickelt werden. Die Töpfer hatten bereits ausreichende Erfahrungen mit dem Schmelzen. Dasselbe Verfahren sollte zur Goldgewinnung herangezogen werden. Also schmolzen sie das Metall in einem riesigen Tontiegel und führten durch ein Blasrohr Sauerstoff zu. Aus den so gewonnen Klumpen ließen sich erste kostbare Geschmeide schlagen.

Etwa um 3100 v.Chr. lernten die ägyptischen Goldschmiede, sogar künsterlisch gestaltete Objekte aus einem Guss herzustellen. Wissenschaftler vermuten, dass ü ber 2000 Jahre lang Goldsucher in den Sanden der östlichen Hochlandwüste Oberägyptens unterwegs waren. Sie waren zunächst den Nil flussaufwärts gewandert und stießen dann im Felsgestein auf Goldquarzadern.

Als sich die oberirdischen Vorräte dem Ende neigten, wurden um 1900 v.Chr. die ersten Stollen in die Wüstenberge gehauen. Dabei sollen die "glänzenden Goldadern durch viel Feuer" gebrochen worden sein, schreibt fast 2000 Jahre später der Sizilianer Chronist Diodor. Vom ägyptischen Goldbergbau ist ein auf einem Papyrus gezeichneter Bergwerksplan erhalten. Er stammt aus der Zeit Ramses II. und gilt als die älteste technische Zeichnung. Aufbewahrt wird die Kostbarkeit in Turin.

Eng in Verbindung mit den altägyptischen Minen stehen jene in Südägypten. Hier fanden in den reichen Seifen eine schier unerschöpfliche Quelle des Reichtums. Nubien nannten sie das Land, was so viel wie Goldland bedeutet. Hier wurden sogar Goldquarzadern von vier Meter Mächtigkeit abgebaut in eine Tiefe von bis zu 120 Meter. Noch immer zeugen tiefe Schächte, Zisternen und Gräben von der regen Betriebsamkeit der Bergarbeiter.

Das Leben in den Bergwerken in einer völlig wasserlosen Wüste muss eine Qual gewesen sein. Versuche, Brunnen zu schlagen, schlugen fehl. Eine zusätzliche Bereicherung war allenfalls das Blut verendeter Tiere. Wie viele Sklaven verdursteten, ist nicht überliefert. Forscher wollen ermittelt haben, da in Ägypten und Nubien bis zur Eroberung durch die Römer im Jahr 30 v.Chr. etwa 3,2 Millionen Kilogramm Gold gewonnen wurden.

Anfang der 1980-er Jahre gab die ägyptische Regierung bekannt, sie wolle nach Ende des Zweiten Weltkrieges stillgelegte Goldminen in der östlich des Nils gelegenen Wüste wieder in Betrieb nehmen. Die Goldreserven werden dort auf mehr als 650 Millionen Dollar geschätzt.