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Goldsuche in Brasilien

Goldsuche in Brasilien

Seit der Eroberung durch die Konquistadoren zieht es die Glücksritter in Scharen in die "grüne Hölle". Ihr Ziel ist jenes sagenhafte Eldorado, ein riesiger Goldschatz, der irgendwo im Urwald verborgen sein soll. An der grössten im Tagebau betriebenen Mine der Welt, der Serra Pelada, wurden bislang über 200 Tonnen Gold gefördert. Im gesamten Amazonasgebiet existieren zehn weitere Schürfstätten vergleichbarer Grössenordnung.

Zum Auswaschen des Goldes wird Quecksilber verwendet - für jedes Gramm des wertvollen Metalles braucht es die gleiche Menge an Quecksilber. Als bei den Bewohnern der Minengebiete Quecksilbervergiftungen auftraten, lag die Vermutung daher nahe, dass die Goldsucher an den Kontaminationen schuld sind. Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wiesen tatsächlich in der Umgebung einiger Camps hohe Quecksilberkonzentrationen nach. Seither werden die Goldgräber für die Verseuchung von Böden und Wasser im gesamten Amazonasbecken verantwortlich gemacht. Doch dies trifft nicht immer zu, wie der Umweltchemiker Bruce Forsberg vom staatlichen brasilianischen Amazonasforschungsinstitut (INPA) in Manaus feststellte.

Als er eine bislang von der Goldsuche relativ unberührte Region am Oberlauf des Rio Negro untersuchte, fand er in den Haarproben von 154 Bewohnern im Durchschnitt Konzentrationen, die mit 75 ppm (parts per million) deutlich über dem für den Menschen kritischen Grenzwert von 50 ppm liegen. Viele zeigten bereits typische Symptome einer Quecksilbervergiftung. Doch wie kommt das Gift in den Boden, wenn nicht durch die Goldwäscher?

Zum Auswaschen des Goldes wird Quecksilber verwendet - für jedes Gramm des wertvollen Metalles braucht es die gleiche Menge an Quecksilber. Als bei den Bewohnern der Minengebiete Quecksilbervergiftungen auftraten, lag die Vermutung daher nahe, dass die Goldsucher an den Kontaminationen schuld sind. Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wiesen tatsächlich in der Umgebung einiger Camps hohe Quecksilberkonzentrationen nach. Seither werden die Goldgräber für die Verseuchung von Böden und Wasser im gesamten Amazonasbecken verantwortlich gemacht. Doch dies trifft nicht immer zu, wie der Umweltchemiker Bruce Forsberg vom staatlichen brasilianischen Amazonasforschungsinstitut (INPA) in Manaus feststellte.

Als er eine bislang von der Goldsuche relativ unberührte Region am Oberlauf des Rio Negro untersuchte, fand er in den Haarproben von 154 Bewohnern im Durchschnitt Konzentrationen, die mit 75 ppm (parts per million) deutlich über dem für den Menschen kritischen Grenzwert von 50 ppm liegen. Viele zeigten bereits typische Symptome einer Quecksilbervergiftung. Doch wie kommt das Gift in den Boden, wenn nicht durch die Goldwäscher?

"Quecksilber finden wir überall im Boden", sagt Maximilian Hempel, Geochemiker am Umweltanalyselabor GALAB im norddeutschen Geesthacht, der selbst Messungen im Amazonasgebiet durchführte und ein Verfahren zur Dekontamination von quecksilberverseuchten Böden entwickelt hat. "Die wichtigsten Quellen sind vulkanische Aktivitäten und die Verbrennung fossiler Energieträger. Das Schwermetall wird in die Atmosphäre geschleudert und verteilt sich so rund um den Globus." Dass sich gerade im nördlichen Amazonasgebiet hohe Quecksilberkonzentrationen finden, hat für Bruce Forsberg einen plausiblen Grund: "Die Podsolgebiete des Amazonas sind sehr alte Böden. Im Laufe der Jahrtausende haben sich hier deshalb auch gewaltige Mengen an Quecksilber angereichert." In der vorliegenden Form ist es allerdings unschädlich. Um in die Nahrungskette zu gelangen, muss das Quecksilber erst in eine organische Form überführt werden.

In Forsbergs Messreihe war die Quecksilberkonzentration dort am höchsten, wo der pH-Wert des Wassers die niedrigsten, also sauersten Werte aufweist und die Menge an gelösten Huminstoffen (DOC) im Boden am grössten ist. "Dies sind die Schlüsselvariablen für den Quecksilbergehalt in der Nahrungskette. Mit den Huminstoffen bildet das Schwermetall organische Komplexe, die von Mikroorganismen aufgenommen werden und dabei in das hochgiftige Methylquecksilber umgewandelt werden. Ausserdem reduziert der niedrige pH die natürliche Verdampfung des Quecksilbers und fördert so ebenfalls die Anreicherung im Boden."

Zu ähnlichen Schlüssen kommen Forscher in Skandinavien und Kanada. Dort traten abseits jeglicher industrieller Anlagen hohe Quecksilberwerte in Seen mit DOC-reichem Untergrund auf. Dass das Quecksilber schon seit langem in hohen Konzentrationen im Boden vorhanden ist, sich die Vergiftungssymptome in der Bevölkerung aber erst jetzt offenbaren, steht für Wissenschaftler Maximilian Hempel nicht im Widerspruch: "Wir wissen heute, dass eine leichte Verschiebung des pH-Wertes im Boden oder ein anderer Einfluss dazu führen kann, dass bestimmte Stoffe im Boden mobilisiert werden."

Ein derartiger Mobilisierungseffekt ist nach Ansicht von Bruce Forsberg auch für den extremen Anstieg des Quecksilbergehaltes am Balbinastausee, 600 Kilometer nordwestlich von Manaus, verantwortlich: "Der vom Wasser überflutete Boden wird von der Sauerstoffversorgung abgeschnitten. Unter diesen anaeroben Bedingungen wird die Transformation des Schwermetalls in die organische Form ebenfalls stark begünstigt." Über die Nahrungskette landet das Schwermetall mit einiger Verzögerung dann beim Menschen - die Einwohner am Balbinasee leben fast ausschliesslich vom Fischfang.

Dies konnte Forsberg eindrucksvoll belegen: "Da die Indiofrauen in dieser Gegend sich so gut wie nie die Haare schneiden, konnten wir die Strähnen als natürliche Zeitachsen verwenden." Das Ergebnis der Studie war beeindruckend: Einige Jahre nach der Flutung des Stausees liess sich ein starker Anstieg der Quecksilberwerte in den Haaren der Frauen nachweisen.

Blick in die Geschichte

Schon lange vor dem kalifornischen Goldrausch lockten die Hochebenen von Minas Männer aus allen Teilen der Welt in die Wildnis Brasiliens. Der Wunsch vom schnellen Reichtum ließ das Landesinnere besiedeln. Gold war hier schon im 17. Jahrhundert von wagemutigen Abenteurern entdeckt worden. Gerüchte von fabelhaften Funden waren im Umlauf. Immer wieder versuchten brasilianische Expeditionen, den Rio Sao Francisco und den Rio Doce aufwärts zu gelangen, um sagenhafte Schätze zu bergen. Aber die Wildnis und bösartige Indianer forderten unzählige Opfer.

Garcia Paes soll als erster das Minas-Gold gewaschen haben. Das war 1638. Einige Jahre später war der Abbau in vollem Gange. Die Goldsucher wuschen Seifengold aus den Flüssen Riberoes de Garcia und do Carmo. Immer mehr Goldsüchtige überschwemmten das Land. Raub, Mord und Totschlag standen an der Tagesordnung. Bauern verließen die Äcker und trieben damit die Lebensmittelpreise immer höher. Banden lieferten sich Schlachten mit politischem Charakter. Noch heute erinnern Bezeichnungen wie "Rio das Mortes" (Fluß der Toten") und "Capa de Traicao" (Wäldchen des Verrats) an jenes düstere Kapitel brasilianischer Geschichte.

1709 erschien als erster Gouverneur Antonio d'Albuquerque. Er stellte mittels drakonischer Methoden die Ordnung her und führte der portugiesischen Krone ihr Fünftel zu. Im Juni 1720 brach die "Revolta dos Conjurados" gegen die Portugiesen aus. Nun bekämpften sich nicht mehr Goldsucher gegeneinander, sondern schlossen sich zusammen und bekämpften den Vertreter des Mutterlandes, in dem sie einen brutalen Plünderer ihrer Heimat erkannten. Ihr Führer war Felippe dos Santos.

al in Pulverform gewaschen. Alles Gold mußte im Königlichen Schmelzhaus abgeliefert werden, woraus man Barren goß und um ein Fünftel kürzte. Nur die mit dem Königlichen Wappen geprägten Barren durften in Umlauf gebracht werden.

Die aufgebrachte Masse setzte sich zum Gouverneur, dem Grafen von Assumar, nach Mariana in Marsch. Eine Handvoll Soldaten standen gegen 2000 bewaffnete Männer. Der Graf trat in Verhandlungen ein, sagte der aufgebrachten Menschenmenge zu, jene Bestimmungen aufzuheben.

Beschwichtigt vom Ehrenwort des Gouverneurs führte Felippe die Männer wieder zurück. Doch in der Nacht ließ man Felippe dos Santos verhaften und setzte ihn vor Gericht. Von vier weißen Pferden wurde er schließlich durch die Straßen zu Tode geschleift und dann viergeteilt, um ein jedem seine Glieder zur Schau zu stellen.

Jetzt überkam Ruhe Minas Gerais. 1690 bis 1770 stieg es an erster Stelle der damaligen Goldproduzenten in der Welt. Erst im Jahre 1819 wurde in einer Grube in Minas Gerais das erste Berggold gefördert. Und in der Morro Velho Mine, ebenfalls im Staate Minas Gerais, die mit ihren 3000 Meter tiefen Schächten zu den tiefsten Minen der Welt zählte, förderte man rund 80 Prozent der gesamten brasilianischen Goldgewinnung.

Morro Velho liegt in der Nähe der Stadt Belo Horizonte. Wie gesagt, sie gehört zu den tiefsten Bergwerken überhaupt. Sie war eine Goldgrube im wahrsten Sinne des Wortes. In einem alten Bericht schreibt der Brasilienkenner und Schriftsteller W. H. Harnisch über seine Eindrücke:

"Die Goldfabrik ist durch einen hohen Zaun von der freien Welt abgeschlossen. Sie gibt sich den Anschein, ein Staat im Staate zu sein. Alle zahlen mit dem selbst gedruckten Geld des Unternehmers, alle kaufen im eigenen Laden der Grube. Von gepflegten Gärten umrahmt, stehen ein paar dutzende englische Landshäuser in der eingefriedeten Landschaft, auch eine Schule und Kirche gibt es. Seit über hundert Jahren ist die Mine in englischem Besitz, nicht wenige der Ingenieure haben den Arbeitsplatz des Vaters und Großvaters inne, sie sind hier geboren und sie bewahren dieses Stückchen England, das von ihren Vorfahren in die brasilianische Landschaft gepflanzt wurde."

Berechnungen für die Jahre von 1943 bis 1950 gegen einen Anteil Brasiliens an der Weltgoldproduktion von etwa vier bis fünf Tonnen jährlich an. Gold führte dem Land Siedler zu. Und mit seiner Hilfe vermochte die 1755 von einem Erdbeben zerstörte Stadt Lissabon wieder aufgebaut zu werden. Und neuerdings verhilft ein weiteres Goldfieber im Dschungel des Amazonas, die miserable Finanzlage Brasiliens wieder auf Vordermann zu bringen.

Im Februar 1980 hatte Genesio Ferreira da Silva auf der Suche nach einem Stückchen fruchtbaren Landes das erste Gold hier oben in Serra Pelada im Bundesstaat Para gefunden. Seither hat das ohnehin dünn besiedelte Gebiet einen neuen Namen: "Serra Dorada", die "goldene Sierra". Die Kunde vom Goldsegen breitete sich schnell über die Transamazonasstraße aus.

Ein Vierteljahr später hatten sich 20.000 "Garimpeiros", wie die Goldschürfer hier genannt werden, eingefunden. Anfang Juni 1980 machte dort einer namens Deoclides Alberto de Lima den Fund seines Lebens. Vierzig Jahre lang hatte er zumeist erfolglos nach dem gleißenden Metall geschürft. Nun wurde er mit einem sieben Kilogramm schweren Nugget belohnt. Dafür erhielt er von der Regierung umgerechnet 147.000 Mark ausbezahlt.

Eine der größten Goldgräberstädte der Welt entstand. Bauern, Viehhirten, aber auch Ingenieure der Brückenbaustellen am Rio Tocantis und Rio Araguaia und sogar Akademiker ließen ihre Arbeit im Stich, um dem Ruf des Goldes zu folgen. Binnen kürzester Zeit stampften sie eine eigene Siedlung, bestehend aus wackligen Buden und einen eigenen Flugplatz aus dem Urwald hervor. Da Silva erkannte schnell das Geschäft, heuerte ein paar Pistoleiros an und brachte das neue Dorado unter seine Kontrolle.

Dreißig Prozent ihres Fundes mußten die Garimpeiros abgeben. Kneipen, Bordelle und Lebensmittelgeschäfte entstanden und boten ihre Waren natürlich zu Wucherpreisen an. Doch die Wende kam bald. Die Bundespolizei rückte mit einer halben Hundertschaft an und sorgte nach militärischem Vorbild für Ordnung. Jeder Goldsucher bekam einen Ausweis, eine Lizenz, die ihn zum Schürfen in diesem Gebiet berechtigte. Da Silva mußte abreisen immerhin mit eigenem Flugzeug und zur eigenen Farm.

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