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Goldsuche in Deutschland

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Deutschland im Herzen Europas hat eine ganze Reihe von Goldvorkommen aufzubieten: Gold gibt es im Rhein, hauptsächlich zwischen Waldshut und unterhalb Mainz, im Schwarzwald, Edergebiet im Hessischen Waldeck, Moselgebiet und Hunsrück, Eifel (Venn), Fichtelgebirge, Oberpfalz, Bayerischer Wald, bayerische Alpenflüsse, Harz (Thüringer Wald), Sachsen (Erzgebirge).

Deutschland im Herzen Europas hat eine ganze Reihe von Goldvorkommen aufzubieten: Gold gibt es im Rhein, hauptsächlich zwischen Waldshut und unterhalb Mainz, im Schwarzwald, Edergebiet im Hessischen Waldeck, Moselgebiet und Hunsrück, Eifel (Venn), Fichtelgebirge, Oberpfalz, Bayerischer Wald, bayerische Alpenflüsse, Harz (Thüringer Wald), Sachsen (Erzgebirge).

Diese Goldflitter schürfte Goldsucher Damien aus Rastatt aus den Rheinsanden bei Istein.

Tradition

Nach Gold wurde hier schon in der Kupferzeit, also etwa 2000 v.Chr., geschürft. Hinweise darauf gibt es in Sachsen und in Thüringen. Kretische Goldsucher, sogenannte Dactylen, und Metallhändler waren über die Balkan- und Karpatenländer bis weit nach Mitteleuropa vorgedrungen und untersuchten die deutschen Mittelgebirge nach wertvollen Metallen. Etwa im 2. bis 1. Jahrhundert v.Chr. schürften Kelten im Rhein nach dem gleißenden Metall. Die Rheingoldgewinnung wurde bis ins vorige Jahrhundert betrieben.

Rheingold

Das Gold der Rheinsande, über das schon die Römer Bescheid wußten, hat seinen Ursprung in den Schweizer Alpen und gelangt über die Emme durch die Aare bei Waldshut in den Rhein. Ursprünglich entstammt es abgetragenen Goldquarzgängen und kommt im Napfgebiet in „Seifen“ vor. Je mehr es flußabwärts transportiert wird, um so kleiner tritt es in Erscheinung. Das noch „grobe Gold“ tritt dabei entgegen landläufiger Meinungen nicht etwa in Klumpen zu Tage, sondern besteht aus nur wenigen Milligramm schweren Teilchen. Durch die Verfrachtung verringert sich sein Volumen und wird so zu Flitterchen, deren Gewicht nur noch tausendstel Gramm betragen. Die ergiebigsten Goldwaschbänke finden sich heute bei Albbruck (Kreis Waldshut) sowie von Istein (Kreis Lörrach) flussabwärts bis unterhalb von Neuenburg (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald).

Pfalz 

In der Pfalz stießen Geologen 1941 auf eine Primärgold-Vererzung. Aber das Vorkommen bei Waldhambach blieb unrentabel. Im Hunsrück führen einige nach Norden zur Mosel sowie auch südwärts zur Nahe fließende Gewässer Goldflitterchen. Auf die Anfänge der Goldwäscherei gibt es keinerlei Hinweise. Aber schon in der späten Eisenzeit mußte den Galliern das Gold im Moselgebiet bekannt gewesen sein. Als die Gallier zwischen 58 und 51 v.Chr. erobert wurden, führten die Römer die Goldwäsche fort. Davon zeugt die römische Münzstätte in Trier. Für Aufregung haben immer wieder größere Nuggetfunde (Goldklumpen) geführt. Beispielsweise wurden seit 1750 im Goldbach bei Andel Goldkörnchen zwischen zwei und 20 Gramm Gewicht gefunden. Bei dererlei Funden ließen es sich natürlich auch die Herrscher nicht nehmen, auf Goldsuche zu gehen. Der pfälzische Kurfürst Karl Theodor beispielsweise unternahm Versuche. Noch heute sind die Erdveränderungen deutlich erkennbar.

  • Ein Goldnugget mit einem Gewicht von sage und schreibe 66 Gramm wurde 1826 im Großbach bei Enkirch gefunden. Und im November 1826 fand der zehnjährige Friedrich Karl, Sohn des Müllers Daniel Gerhard, ein Nugget von 43 Millimeter Länge und 20 Millimeter Dicke. Dem Goldstück, das in die königliche Mineraliensammlung nach Berlin ging, haftete sogar ein Stückchen Muttergestein an. Ein weiteres Goldklümpchen wurde 1828 im Guldenbach bei Bretzenheim gefunden. Es wog 32 Gramm.

Eifel

Goldvorkommen sind auch in der Nordeifel bekannt. Allerdings liegen die ergiebigsten Vorkommen auf belgischer Seite. Auf deutscher Seite führen einige Bäche zwischen Stolberg und Eupen Waschgold.

Bayern

Zeitweise wurde Gold auch bei Wunsiedel sowie bei Duschelberg und Bischofsreuth im Bayerischen Wald gewaschen. In der Umgebung von Bodenmais soll im 15. Jahrhundert sogar bergmännisch nach Gold geschürft worden sein. Ein Jahrhundert später wurden Bergund Seifengold bei Neualbersreuth und Waldsassenbach gefördert. Überhaupt sind die bayerischen Flüsse reich an diesem Metall. Im 15. und im 16. Jahrhundert waren Goldwäscher in den Flüssen Naab, Regen, Widra, Alz, Donau, Ilz, Isar, Loisach, Salzach, Inn, Lech, Wertach und Amper auf der Suche nach dem König der Metalle.

Harz

Gold wurde ebenso im Harz gefunden. Aber die Gewinnung hatte niemals große Bedeutung. Seit dem vorigen Jahrhundert wird Gold im Rammelsberg bei Goslar gefördert. Das Gold kommt hier als Begleiter in einem Gemisch aus Bleiglanz, Zinkblende, Kupferkies und Pyrit vor. Das Erz enthält lediglich zwei Gramm Gold pro Tonne.

Thüringen

Etwas größere Bedeutung hatte dagegen Thüringen. Das Zentrum der Goldgewinnung lag am Goldberg bei Reichmannsdorf. Die Blütezeit lag zwischen 1200 und 1350. Angeblich wurde hier auch das größte jemals auf deutschem Boden gefundene Goldnugget gefunden. Es brachte die die stolze Summe von 800 Goldgulden. Leider sind die Abmessungen sowie das Gewicht nicht überliefert. Um 1800 soll ein Goldstück im Wert von „drei Dukaten“ zwischen Schwarzburg und Sitzendorf gefunden worden sein. Weitere Goldfundorte in Thüringen sind verbürgt an der Schwarza, Kösele, Lauscha, Göritz, Goldbach, Rögitz, Wettera einschließlich Nebenbäche, bei Grümpen, bei Weida im Leubatal, im Elstertal, Saaletal, Göltzschtal und Weidatal. Bergmännisch wurde Gold erstmals 1482 gefördert und zwar am Rennsteig in Steinheid. Weitere Goldbergwerke lagen bei Weida und Goldisthal.Gold findet sich in kambrische Quarzite und Goldquarzgängen mit einem Gehalt von bis zu 5,4 Gramm pro Tonne.

Sachsen

Auch die meisten Flüsse und Bäche am Nordabhang des Erzgebirges führen Gold. Schon 1231 wurde erstmals eine obersächsische Goldwäscherei genannt. Hier einige Nennungen: Überliefert sind 1578 die „Seifenwerke“ an der Zschopau bei Schönborn, 1569 und 1586 am Seifersbach und bei Ottendorf sowie Grambach, 1576 am Eubabach (Schellberg), 1591 und 1596 im Fuchsgrund und bei Euba. So soll Kurfürst Friedrich von Saschen eine zwei Kilogramm schwere Goldkette besessen haben; das Waschgold stammte aus der Elbe bei Torgau. Weitere sächsische Goldseifen waren entlang der Elbe bei Schandau, Pirna, Loschwitz, Meissen, Strehla, Domnitsch und Wittenberg. 1564 wird eine Goldwäscherei am Fluß Gölzsch bei Mylau genannt; Goldwäscher arbeiteten an den Flüssen Striegis, am Schwarzwasser bei Johanngeorgenstadt, am Wernsbach, Heimmersdorferbach und Schmelzbach. Gold in geringen Mengen wurde überdies bei Eibenstock (Pechhöferbach, Jugelbach, Steinbach) gewaschen. Völlig abgebaut wurde eine Golderzader zwischen Chemnitz und Glauchau. Zeitweilig soll sie bis zu 80 Gramm Gold pro Tonne enthalten haben.

  • Leider ziehen in Deutschland nur wenige Gemeinden touristischen Nutzen aus ihrer „goldigen“ Vergangenheit. Zu ihnen gehören Bad Bellingen und Neuenburg am Rhein im äußersten Südwesten Baden-Württembergs.