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Goldsuche in Griechenland

Goldsuche in Griechenland

Griechenland, ein Land mit einer 3000-jährigen Geschichte des Goldabbaus, erlebt gegenwärtig einen neuen Goldrausch. Die extrem geringen Produktionskosten, die Regierungsversprechen von umfangreichen EU-Fördermitteln, günstige rechtliche Rahmenbedingungen und die komplette Abwesenheit von staatlicher Regulierung haben laut einem Bericht der FIAN (Mai 2002) eine Vielzahl intemationaler Goldbergbaukonzerne in das Land gelockt. Goldprojekte werden als Investitionen "von nationaler Bedeutung" betrachtet; Umweltbelange werden missachtet und Minengegner werden vor die Gerichte gestellt.

Der Widerstand gegen den Goldabbau wächst trotzdem zu einer Bewegung an und hat bereits den ersten wichtigen Sieg errungen. Am 1 . März 2002 hat das oberste Verwaltungsgericht, der griechische Staatsrat, das Goldprojekt der kanadischen Firma TVX in Olympia verboten und damit den 14 Jahre langen Kampf der Bevölkerung gerechtfertigt. Die Begründung dieses äußerst wichtigen Urteils war, dass die Durchführung des Projekts schwere Risiken für die Umwelt beinhalte, die jeglichen ökonomischen Nutzen bei weitem überstiegen.

Bedroht durch einen Prozess von TVX, treibt die Regierung nun die anderen Projekte des Unternehmens voran: die Erweiterung einer alten Blei-Zink-Mine unter der kleinen Stadt Stratoniki und die riesige Skouries-Mine, ein schlecht durchdachtes Gold-Kupfer-Projekt in einer unberührten Bergwildnis. Es wird erwartet, dass das Urteil über Olympias ein starker Musterfall für die beiden ähnlichen Fälle sein wird, die vor dem Staatsrat anliegen. Das Sapes-Goldprojekt der kleinen englischen Firma Greenwich und Perama, im Besitz des amerikanischen Multi Newmont - auch bekannt als "Newmonster" bei seinen vielen "Freunden" weltweit. Beide Projekte liegen in Thrakien im Nordosten Griechenlands und gefährden ernsthaft den vorrangig ländlichen Charakter und die einzigartigen Biotope der Gegend. Eine weitere Goldmine ist in Kilkis geplant, nahe der Grenze zur ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik Mazedonien.

Unglücklicherweise ist dies nur die Spitze des Eisberges. In den vergangenen Jahren hat eine intensive Erkundung eine große Zahl von ausbeutbaren Goldvorkommen in den griechischen Regionen Makedonien und Thrakien ergeben - Gegenden, die für ihr Gold seit der Antike berühmt sind -, aber auch auf den vulkanischen Inseln der Ägäis.

Angesichts der starken finanziellen Interessen und der erklärten Entschlossenheit der Regierung, Griechenland in einen Goldproduzent zu verwandeln, zeichnet sich eine dunkle Zukunft für das Land ab. Hohe Regierungsbeamte erklären ohne Zögern, dass "bei der Ausbeutung unseres mineralischen Reichtums die Ansichten der lokalen Bevölkerung nicht in Betracht gezogen werden." Traurigerweise findet dies in einem Land statt, das die Demokratie schuf und das Mitglied der EU ist. Weitere Informationen bietet die Hellenic Mining Watch-Webseite: http://antigoldgreece.tripod.com/en/index.htm

Thasos, keine 50 Kilometer von der Mönchsrepublik Athos entfernt und kaum ein paar Kilometer vor dem nordgriechischen Festland gelegen - wurde schon im Altertum wegen ihres Goldreichtums gerühmt. Der griechische Geschichtsschreiber Herodot (geboren 484 v. Chr.), der als "Vater der Geschichtsschreibung" gilt, schrieb die Entdeckung dieses Goldvorkommens zwar den Phöniziern zu, aber das von ihm genannte Goldbergwerk konnte bis heute nicht schlüssig gefunden werden. Es soll zwischen den Orten Ainyra und Koinyra gelegen haben. Erst 1979 konnten deutsche Forscher das Vorkommen lokalisieren. Ein Einheimischer hatten sie zu einer Höhle am Osthang des Klisidi-Bergrückens in rund 340 Meter Hhe nache dem Ort Palaiochori geführt. Durch einen schmalen Eingang gelangten sie 100 Meter tief in den Berg in eine weit verzweigte Galerie. In den Stollen waren noch immer Arbeitsspuren, Versatzmauern und Lampennischen zu entdecken. Das Berggestein bestand zwar vorwiegend aus allgemeinem Marmor, aber in eingelagerten "Taschen" fand sich ein metallisches Verwitterungsprodukt. Darin fanden sich auch Goldspuren. Die ältesten Goldmünzen von der Insel Thasos stammen aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. und waren durchgehend aus Silber geprägt. Gold tauchte erst zum Ende des 5. Jahrhunderts v.Chr. auf.

1981 fanden Wissenschaftler vom Max-Planck-Insitut für Kernphysik in Heidelberg (Baden-Württemberg) dank einer neuen Analysemethode ein ausgedehntes Goldvorkommen unter der Akropolis von Thasos. Außerdem konnten sie nachweisen, dass schon in der Antike Goldsucher auf dieser Insel in der nördlichen Ägäis einen großen Berg umgewälzt hatten. Das hatte schon Herodot vor zweieinhalbtausend Jahren in seinen Reiseberichten geschildert. Forscher der Max-Planck-Gesellschaft in München stießen außerdem auf Spuren alter Gold- und Silberbergwerke, die bis ins frühe 3. Jahrtausend v.Chr. datiert werden.