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Goldsuche in Frankreich

Gold im Sentheimer Geo-Museum

Goldsucher sollten auch das "Maison de la Géologie et de l'Environnement" (Haus der Géologie und der Umwelt) in Sentheim im Elsass besuchen. Das kleine, feine Museum beherbergt neben Goldfunden vom Rhein und anderen Fundstellen aus dem Elsass eine Fülle an geologischen und mineralogischen Kostbarkeiten, darunter Gesteine mit einem Alter von bis zu 20 Millionen Jahre, außerdem 650 verschiedene Wildpflanzen. In 12 Vitrinen werden Besonderheiten aus der Erdgeschichte der letzten 350 Millionen Jahre gezeigt. Wer gerne Gold waschen möchte, hat dazu unter fachkundiger Anleitung an zwei großen Wannen Gelegenheit.

Adresse: Maison de la Géologie GeoVosges, Place de l'église, F-68780 Sentheim (près de Masevaux).

Maison de la Géologie et de l'Environnement (Haus der Géologie und der Umwelt) in Sentheim im Elsass.

Frankreich

Seitdem die Regierung Mitterrand mit Wirkung vom 1. Oktober 1981 den bis dahin anonymen Goldhandel in Frankreich verboten hat, ist für viele eine bedeutende Säule finanzieller Sicherheit eingestürzt. Oder zumindest im Wackeln begriffen. Denn in Frankreich, wo das "Handbuch für Goldsucher in Frankreich" eine noch heute vielgekaufte Lektüre ist, bedeuteten Goldhandel und -horten eine Art Volkssport. Und das nicht nur für die Reichen, sondern ebenso für Otto Normalverbraucher. Immerhin horteten private Sammler rund 4600 Tonnen des gelben Metalls, die Bank von Frankreich dagegen nur 2000 Tonnen.

Wen wundert es da, daß in diesem Land, in dem noch immer eine industrielle Goldmine (Salsigne, 1972: 1,6 Tonnen) ausgebeutet wird, an allen Ecken und Enden geschürft, gebuddelt und gewaschen wird. "Es gibt fast überall in Frankreich Gold", versicherte ein Geologe des Industrieministeriums dem Pariser Boulevardblatt "France-Soir". Stets werden von neuem kleine Nugget-Funde gemeldet, was wiederum ganze Scharen von Hobby-Prospektoren in Bewegung und damit in Verzückung versetzt.

Goldwaschstellen auf der französischen Seite des Rheins bei Hartheim.

  • Bretagne-Bezirk: Fluß Loire im unteren Bereich sowie nördlich von Quary; Goldbergwerke in La Touche, La Lucette, La Belliere, Le Boupere, Veroniere.
  • Plateau-Central-Bezirk: Goldseifen in den Flüssen Issoire, Vincou, Glane; Goldbergwerke in Morte Gras, Le Chatelet, Petite Faye, St. Sulpice Lauriere, Beaugiraud, Berune, Berinchal, Vaulry et Cieaux, Etagnac, Champvert, Cheni, Crouly, LeTinocix, Moissac, Chanac, Les Briends, Ouche, Meymac.
  • Cevennen-Rhone-Bezirk: Goldseifen in den Flüssen Tarn, Ardecke, Gagniere, Ceze, Gardon d'Alais, Gardon d'Anduze, Herault, Rhone, Isere, Cassy, Arve, Fier, Cheran, Doubs, Ognon, Gier, Chenavalet, Garon, Bosancon.
  • Pyrenäen-Bezirk: goldführende Flüsse sind die am Nordrand der Pyrenäen austretende Gewässer Arve, Ordas, Sece, Nert, Pailhes, Beouze, Taliol, Pitrou, Arize, Gebat, Gave de Pau, Gave d'Oloron, Salat, Ariege; Bergwerke wurden betrieben bei Salsigne und La Villaniere.
  • Rheingold: auf der elsässischen Stromseite wurden Waschbetriebe unterhalten.

Schon die Kelten und Römer schürften nach Gold, beispielsweise bei La Belliere. Im 5. bis 8. Jahrhundert n. Chr. haben Burgunder und Merowinger im Rhonegebiet Goldmünzen geprägt. Das Metall stammte aus den Seifen des Cevennen-Rhone-Bezirkes. Im Mittelalter kam der Goldabbau beinahe zum Erliegen. Die Goldvorkommen waren schlichtweg vergessen worden. Im Jahr 1745 wurde bei Bissieux im Plateau-Central-Bezirk ein Goldbergwerk betrieben. Zweimal, nämlich von 1781 bis 1788 und von 1831 bis 1840, wurden im großen Stil die Goldvorkommen von La Gardette bei Bourg d'Oisans (Cevennen-Rhone-Bezirk) ausgebeutet.

Von einem richtigen Goldfieber wurden die Franzosen aber auch 1903 ergriffen. Damals fand man in den Arsen- und Pyriterzen der Antimongrube La Lucette (Departement Mayenne, Bretagne-Bezirk) einen reichen Goldgehalt. Angeblich sollen Goldklumpen mit einem Gewicht bis zu einem Kilogramm gefunden worden sein. Aufgrund des La Lucette-Goldes wurden auch anderswo Arsenkieslagerstätten auf das gelbe Metall hin überprüft. Dabei stieß man auf die goldhöffigen Vorkommen bei Villaniere und Salsigne bei Carcassone (Departement Aude), Le Châtelet bei Montlucon (Departement Creuse) und La Belliere (Departement Maine et Loire). Noch bis zum Zweiten Weltkrieg wurden in jedem Jahr bis zu 3000 Kilogramm französisches Gold produziert.

Im Sommer 1985 fanden Geologen bei Probebohrungen, daß die damals 800-Seelen-Gemeinde Rouez-en-Champagnein Westfrankreich buchstäblich auf goldenem Untergrund steht. Angeblich sei geplant worden, "mehr als 150 Tonnen" Golderz aus der Erde zu holen. Jedenfalls löste die Meldung einen kleinen Boom aus. Jede Tonne Erdreich soll "höchstens neun Gramm Gold und 16 Gramm Silber enthalten", ließen Geologen der staatlichen Erdölfirma Elf-Aquitaine verlauten.

Touristen bietet sich in Frankreich die Möglichkeit, unter fachlicher Anleitung Gold zu waschen. Mehrere Campingplätze bieten am Fluß Gordon d'Anduze in den Cevennen Goldwaschkurse an (Camping d'Or und Camping Beau Rivate in Cardet bei Anduze). In den Sommermonaten veranstalten ortskundige Goldwäscher auch Goldwaschexkursionen.

  • Federation Francaise d'Orpaillage
  • Salle 605
  • Complexe de la Republique
  • F - 64000 Pau
  • RHON'OR
  • c/o Jacques Brest
  • 6 rue V. Komarov
  • F - 69200 Venissieux
  • Tel: +33/4-72-51-00-69

Gold aus dem Soultzbach im Elsass

Diese prächtigen Goldflitter (jeweils ca. 1 mm Duchmesser) wusch der elsässische Goldsucher Guy Pflieger Anfang Juni 2007 innerhalb kürzester Zeit aus dem Soultzbach in Soppe-Le-Haut beim Dollerthal am Übergang zwischen den Regionen Belfort und Oberrhein. Guy Pflieger ist bei der "Association "Maison de la Geologie et de l'Environnement de Haute-Alsace" in Sentheim. Einigen meiner Kursteilnehmer ist der umtriebige Goldsucher bestens bekannt.

Goldwaschen beim Goldsucher im Elsass und Frankreich