Lagerstätten

Wie das Gold auf die Erde kam

Sicherlich hast Du Dich schon ein wenig mit den Goldlagerstätten beschäftigt. Du hast erfahren, wo sich das gelbe Metall in den Flüssen am ehesten konzentriert, wie es untertage abgebaut wird und welche Eigenschaften es besitzt. Doch all die Informationen waren nur flüchtig; viel ist da nicht hängengeblieben. Du wirst noch lernen, Gold von ähnlich aussehenden Mineralien zu unterscheiden. Doch um die Lagerstätten besser verstehen zu können, müssen wir ihre Entstehung kennen. Unter- nehmen wir also gemeinsam eine Reise in die Zeit der Geburt unseres Mutterplaneten.

Der Glutball, den man später einmal Erde nennen wird, erkaltet nur langsam. Mit unaufhörlicher Geschwindigkeit rast er durch das Universum. Schon bildet sich nach langwierigem Brodeln und Kochen und Regnen glühender Elemente die erst Kruste. Doch das neue Kind des Weltalls ist ein wildes Laboratorium mit gigantischen Ausmaßen, in dem sich die Elemente mit anderen vereinigen und mit neuen Umwandlungen erfahren.

Urgebirge tauchen auf. Noch brodelt es unter ihnen und zwischen Spalten und Klüften. Verschiebungen treten auf, reißen riesige Teile in Fetzen auseinander, weitere Risse entstehen, lassen erzreiches Magma einfließen. Ein eigenartiges Metall beginnt seine Geschichte zu zeichnen. Grünlich schimmert es im geschmolzenen Magma. Gold! Es lässt sich in Quarzadern und als Imprägnation in Gesteinsschichten einschließen. Dieses Muttergestein wird von Winden und Strömen gespalten und fortgeschwemmt, und das Gold verliert sich auf dem Grund der Flüsse. Manchmal trocknet ein Strom aus, in dem es sich angereichert hat, sucht ein neues Bett. Aber das Gold wird erneut von Gesteinsmassen überzogen, unter hohem Druck sammengepresst. Nun ruht es in sogenannte Konglomerate.

Die geologische Urzeit der Erde, das Achaikum, ist die Zeit der Entstehung primärer Goldlagerstätten (Berggold). Es kann als Blättchen, in Astform oder Staub auftreten, selten auch als Kristalle. Gediegenes, reines Gold besitzt die sattgelbe Farbe, die ihm seine Würde verleiht. Das Präkambrium ist die geologische Zeit der fossilen Konglomerate, in der Gebirge abgetragen werden und sich das Metall in Flüssen und an Meeresküsten konzentriert. Weitere Flüsse münden ein; infolge hohen Drucks und weiterer Ablagerungen verfestigt sich der Grund immerzu. Der geologischen Neuzeit gehört das Gold aus losen Sanden („placer deposits“) an.