Metalldetektoren

Elektronische Wünschelrute

Der moderne Goldsucher bedient sich ganz im Zeitalter der Elektronik weder einer Wünschelrute aus einem Weidenast noch ähnlicher Hilfsmittel. Gemäß dem Fortschritt seiner Epoche macht er sich die Folgeentwicklung der Minensuchgeräte zunutze. Das Wunderding heißt Metalldetektor. Doch was findet ein Metalldetektor? Er ortet alle Gegenstände, die elektrisch leitfähig sind (Metalle, Mineralien mit elektrisch leitfähigen Substanzen und natürlich auch alle Edelmetalle). Er ortet sie im Schnee und Eis, in der Erde, in Mauern und Wänden, im Gestein, in Holz, Lehm, Kalk und im Wasser.

Flach- und Tiefenortung

Unterschieden wird zwischen der Flachortung (Eindringtiefe bis zwei Meter) und Tiefenortung (tiefer als zwei Meter; die „sträkste“ Sonde, die „Förstensonde“, reicht bis in ungefähr sieben Meter). Da es für die Geräte verschiedene Suchköpfe gibt und mit einem nicht alle Bereiche erfasst werden können, sollte man sich schon vor dem Kauf konkrete Gedanken über den späteren Einsatzzweck machen. Denn was nützt eine „starke“ Sonde für mehrere tausend Mark, wenn man damit lediglich verlorene Münzen suchen will?

Objektgröße

Im allgemeinen darf gesagt werden, ein Suchkopf mit kleinem Durchmesser findet kleine Objekte in geringer Tiefe, während ein Suchkopf mit großem Durchmesser größere in ebenso größerer Tiefe ortet. Ein Suchkopf mit mittlerer Größe findet gerade noch eine einzelne Münze in geringerer Tiefe und gerade noch einen größeren Gegenstand in größerer Tiefe.

Metallarten

Am leichtesten sind Objekte zu finden, die die Form einer Spule oder eines Tellers haben und wenn man sich ihnen von ihrer Breitseite her nähert. Legierungen sowie Nichtedelmetalle sind bei weitem einfacher zu orten. Vergrabene Goldmünzen – das muss auch gesagt sein – werden weniger eher erfasst als eisenhaltige, denn nach längerer Zeit korrosiert die Eisenmünze, und der unmittelbare Raum um die Münze wird selbst leitfähig. Die Goldmünze dagegen bleibt in ihrem ehemaligen Zustand erhalten.

Gold, Silber und andere Metalle

Lohnt sich überhaupt der Erwerb für den Freizeit-Schatzsucher? Sicher nicht für den, der nur aus einer Laune heraus ein solches Instrument erwerben will. Wer aber einen ernsthaften Zeitvertreib sucht, wird nach einigen Fehlschlägen in Form von Flaschendeckeln, Cola-Dosen, Kronenkorken und Silberpapier seine Freude daran gewinnen. Aber nicht nur Münzen, vergrabene Schätze und viele andere von Menschenhand geformte Kostbarkeiten werden damit geortet. In Australien gehen an Wochenenden unzählige Familien in die ehemaligen Goldgräbermetropolen, um dort nach faustdicken Nuggets, Goldklumpen, zu suchen.

So fing es an…

Schon seit dem Zweiten Weltkrieg werden in den USA Metalldetektoren für Schatzsucher gebaut. Weiter entwickelt wurden der „Beat Frequency Oscillator“ (BFO = Beat Frequency Oszilator) und der „Transmitter-Receiver“ (TR). Außerdem gibt es den sogenannten „Diskriminator“, das heißt Filterdetektor. Es handelt sich hierbei keinesfalls um einen Sondertyp, sondern um ein BFO- oder TR-Gerät mit einem zusätzlichen Diskriminator-Schaltkreis. Hierunter ist eine Filtereinrichtung zu verstehen, die es erlaubt, die Anzeige von unerwünschtem metallischen Abfall „auszublenden“ bzw. zu unterdrücken, so dass nur Edelmetalle, Münzen oder Schmuck angezeigt werden.

BFO-Geräte

Die für den Benutzer erkennbaren Unterschiede liegen im Suchsignal. Der BFO-Detektor ist ein Gerät, das einen Signalton von gleichbleibender Tonsträke abgibt, das in der Tonhöhe (= Frequenz) variiert. Wird ein solches Gerät auf „Metall“ eingestellt, so signalisiert es Metallobjekte mit einem hohen Ton und Mineralien mit einem tiefen Ton. Ist das Gerät auf „Mineral“ eingestellt, verhält sich das Tonsignal genau umgekehrt. BFO-Geräte sind schwieriger als andere Gerätetypen zu handhaben, aber sie sind auf mineralhaltigem Boden leistungsfähiger. Diese Eigenschaft ist besonders nützlich für Goldsucher.

TR-Geräte

Im Gegensatz zum BFO-Detektor hat das TR-Gerät eine gleichbleibenden Signaltonhöhe, die in der Lautstärke variiert. Für die Sucharbeit wird dieses Gerät so eingestellt, dass nur ein schwacher Dauerton hörbar bleibt. Dieser Ton verstärkt sich, wenn der Suchteller über einen metallischen Gegenstand geführt wird. Der Vorteil dieses Gerätetyps liegt in der einfachen Handhabung. Die schnelle Reaktionszeit und einfache Einstellung machen den TR-Detektor zu einem ausgezeichneten Suchgerät für Münzen, Schatzdepots und antike Gegenstände.

Diskriminator

Ein Diskriminator ist immer ein BFO- oder TR-Gerät mit zusätzlichem Schaltkreis zur Ausfilterung von unerwünschtem metallischem Unrat. Bei teuren Geräten erfolgt die Signalanzeige zusätzlich über einen Zeigerausschlag auf einer Messskala, bei allen Geräten jedoch durch einen Signalton. Bei den etwas besseren Metalldetektoren kann man den Ausfilterungsgrad nach Wunsch einstellen.

Ausfilterung

Wird das Gerät auf maximale Ausfilterung eingestellt, kann es Dosenverschlüsse sowie Kronenkorken und Alufolien komplettausfiltern. Allerdings nimmt mit der Sträke des Ausfilterungsgrades auch die Tiefensuchleistung gewaltig ab, unter Umständen bis zu 50 Prozent. Möglicherweise werden sogar die meisten Fingerringe aus Edelmetallen und Aluminiummnzen ausgeblendet. Ist der Ausfilterungsgrad hingegen so schwach, dass zwar Dosenverschlüsse noch angezeigt werden, aber Kronkorken und Alufolien nicht, so beträgt der Suchtiefenverlust nur etwa 25 Prozent; bei noch schwächerer Einstellung wird nur noch Alufolie ausgefiltert, der Suchtiefenverlust geht zurück auf etwa zehn bis 15 Prozent. Mit eingeschaltetem Diskriminator sollte nur bei der Münzsuche gearbeitet werden, zum Beispiel in Parks, auf Spielplätzen, Schulhöfen und am Strand. Ist der Filterbereich so eingestellt, dass Kronkorken nicht mehr angezeigt werden, werden auch alle eisernen Funde oder Schatzdepots in einem Eisenbehälter nicht mehr angezeigt.

Metall und Mineral

Höherwertige Metalldetektoren weisen einen Regler für Metall und Mineral auf. Die Bezeichnung „Mineral“ kann allerdings zu Irrtümern führen. In Verbindung mit Metalldetektoren sind die Begriffe „Mineral“ und „Bodenmineralisation“ immer gleichbedeutend mit angereicherten magnetischen Eisenoxyden. Hierzu zählen magnetische Eisenerze, schwarzer (magnetischer) Sand und Eisenobjekte, die so weitgehend vom Rost zersetzt sind, dass sie nicht mehr elektrisch leiten. Wenn also von „Bodenmineralisation“ gesprochen wird, ist der Anteil an solchen Komponenten im Boden gemeint.

Suchsignal

Der Begriff „Metall“ ist jedes elektrisch leitende Metall wie Gold, Silber, Kupfer. Detektoren, die einen Regler für Metall und Mineral besitzen, können demnach zwischen magnetischen (Eisen-) und nicht-magnetischen Metallen unterscheiden.

Allerdings zeigt das Gerät auch das Vorhandensein von „Mineral“ an, wenn es auf „Metall“ eingestellt ist. Mineral wird jedoch durch ein negatives Signal angezeigt. Anders gesagt: Bei der Einstellung „Metall“ gibt es ein verstärktes (positives) Signal bei Metallen, ein abgeschwächtes (negatives) Signal bei Eisenoxyden (Mineralien). Bei der Einstellung „Mineral“ geschieht genau das Gegenteil: Ein abgeschwächtes (negatives) Signal bei Metallen und ein verstärktes (positives) Signal bei Eisenoxyden.

VLF-Detektoren

Eine neue Entwicklung sind VLF-Detektoren (VLF = sehr niedrige Frequenz), wie sie auch im Goldsucher-Shop beschrieben und angeboten werden. Dieser Gerätetyp arbeitet auf Frequenzen zwischen 500 Hertz und 30 kHz. VLF-Detektoren haben eine bedeutend größere Suchtiefenleistung, die auch auf mineralischem Boden nicht abnimmt, aber sie können nicht zwischen Metall und Mineral unterscheiden. Der große Nachteil des VLF-Detektors ist seine Empfindlichkeit auf kleine rostige Eisengegenstände, im Gegensatz zu normalen TR-Geräten, die solche Objekte nicht anzeigen. VLF-Geräte sind hervorragend geeignet für die Schatzsuche auf alten Kriegsschauplätzen. Wenn sie eine Filtereinrichtung und einen kleinen Suchteller besitzen, sind es ausgezeichnete Münzsucher. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass die meisten VLF-Geräte bei der Arbeit in den Filterbereichen keine Bodenkompensation mehr vornehmen können und auch die ursprünglich größere Tiefensuchleistung verlorengeht.

Spannendes Hobby

Die Gold- und Schatzsuche mit einem Metalldetektor ist eines der spannendsten und aufregendsten Hobbies. Die Geräte machen das Suchen von metallischen Gebrauchsgegenständen, Münzen, Schmuck, aber auch erzhaltigen Mineralien bzw. die Ortung von Goldseifen leicht. Strände, Wälder, Parks, Äcker, Ruinen und Flüsse sind das Einsatzgebiet eines Münz- und Schatzsuchers. Schon nach ein wenig Übung wird auch ein Anfänger mit einem solchen Gerät fündig.

Tipps zur Kaufentscheidung

Wenn Sie sich für den Kauf eines Metalldetektors entscheiden, dann lassen Sie sich um Himmelswillen nicht von einem „besonders phantastischen Gerät“ überreden, das soundsoviele Elektronikteile eingebaut hat und angeblich alle Schätze dieser Welt mit Leichtigkeit aufspürt. Bevor Sie sich entscheiden, prüfen Sie die Qualität und ob das Gerät zu Ihnen passt und die Arme nicht ermüden (was leicht und oft passiert). Wenn Ihnen der Verkäufer verspricht, ein bestimmtes Gerät sei „das beste“, dann ist er unfähig und will Sie schlichtweg über den Tisch ziehen. Denn es gibt kein „bestes“ Gerät. Es gibt nur einen Detektor für diesen, einen anderen für jenen Einsatzzweck. Sie brauchen keinen mehrere 1000-Euro-Detektor, wenn Sie lediglich verlorene Münzen am Strand suchen wollen. Andererseits aber lassen Sie sich nicht ein besonders billiges Gerät aufschwätzen, wenn Sie eines für die Tiefenortung benötigen (nur weil der Verkäufer seinen Lagerbestand abräumen will).