Altrhein

Goldwaschen am Ufer des alten Rheins

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Während einer mehrstündigen Kanufahrt auf dem Altrhein studierte ich im Flussabschnitt zwischen Istein, Kleinkems, Rheinweiler und Bad Bellingen beide Rheinufer auf interessante Goldwaschgründe. Gemeinsam mit Beate, Heidi und Andreas steuerten wir von der badischen Rheinseite aus zunächst den weiter flussabwärts gelegenen elsässischen Platz bei Kembs an.

Nur eine Woche zuvor war der Wasserstand zweieinhalb Meter höher. Das Hochwasser hatte alle Geröllbänke und die Mineralienkonzentration verändert. Das warf die Frage auf, ob Waschgründe, die in der letzten Zeit weniger Gold hergaben, erneut angereichert waren? Oder hatten sich neue Goldseifen gebildet?

Die ersten Waschversuche zwischen den Inseln bei Kembs, wo das Wasser gerade noch eine Handbreite tief war, brachten die Überraschung. Probeentnahmen wenige Wochen zuvor hatten ein deutlich reduziertes Ergebnis gezeigt. Aber nun genügte schon die Sandmenge einer Handschaufel, um mehrere Goldflitter zu bergen.

Lust auf Goldwaschen am Rhein? Hier sind die nächsten Goldwaschtermine!

Selbst Andreas, der bislang keine Erfahrungen mit der Goldwäscherei hatte, erwusch sich innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Goldflitter.

Die erhöhte Goldkonzentration war anderen Goldschürfern nicht verborgen geblieben. Beim Anlegen der Boote trafen wir Goldsucher Klaus aus Breisach. Er war bereits einige Zeit vor uns angekommen und überraschte uns jetzt mit der Feststellung, dass wohl der komplette Flussabschnitt weitaus mehr Gold berge als davor. Es machte keinen Unterschied, an welcher Stelle gegraben wurde: In jeder Probe fanden sich Flitter. Nach dem einstündigen Aufenthalt, verbunden mit einem herzhaften Picknick, setzten wir die Fahrt flussabwärts fort. Unterhalb der Kembser Inseln durchquerten wir die erste von vielen weiteren Stromschnellen. Der Rhein war hier zwar meist nur knietief, allerdings brachte die starke Strömung unsere Boote in heftige Turbulenzen. Im Abstand von wenigen Kilometern folgten weitere Stromschnellen.

Dabei passierten wir auch die mir bekannten Goldwaschgründe. Die erfolgreichen Plätze bei Istein, Kembs, Kleinkems, Rheinweiler und Bad Bellingen lagen, wie ich erst jetzt erkannte, stets oberhalb oder in unmittelbarer Nachbarschaft von Stromschnellen. Die Tour offenbarte allerdings zahlreiche weitere waschwürdige Plätze. Auf Luftbildaufnahmen waren sie bislang nicht zu erkennen.

Die Rückholung unseres Transporters, mit dem die Boote zum Ausgangspunkt gebracht worden waren, verbanden wir mit dem Besuch der Isteiner Schwellen. Vor einer Woche waren die Kalksteinfelsen noch unter den Wassermassen verborgen. Jetzt lagen sie weiß leuchtend wie Inseln im Rhein. Andreas, von der erfolgreichen Goldsuche bei Kembs noch immer fasziniert, untersuchte sofort das Geröll zwischen den Felsen.

Auf der Kanutour hatte ich auch meine kleine Videokamera dabei. Der Film startet mit dem Besuch der Isteiner Schwellen und gibt danach die Flussfahrt mit Goldwäsche wieder. Für mich war der Tag einer der schönsten und sicherlich auch abenteuerlichsten. Die größte Überraschung waren die zahllosen Stromschnellen in der Nähe der ergiebigsten Goldwaschgründe.