Efringen-Kirchen

Goldwaschen bei Efringen-Kirchen

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Aufgrund der Regenfälle und das zeitgleiche Tauwetter im winterlichen Schwarzwald erwarteten wir am Rheinufer bei Istein einen erhöhten Wasserstand. Doch es kam völlig anders: Der Rheinpegel war weiter gefallen. Der extrem niedrige Wasserstand ermöglichte uns den Zugang zu Bereichen auf der immer größer werdenden Geröllbank, die wir unter normalen Bedingungen trockenen Fußen nicht aufsuchen könnten. Wir, das waren Klaus, Alex und Andreas sowie ich. Kurzfristig hatten wir uns zum Goldwaschen verabredet, um gemeinsam eine neue Waschbank auszuprobieren.

Das Ufer bei Steinenstadt hatte uns keinerlei Glück gebracht und das, obwohl die Voraussetzungen optimal waren: eine Strömung, die gerade noch den Einsatz unserer Schleusen erlaubte, eine weitgehend sandfreie Kiesbank und obendrein ein wolkenloser, sonniger Winterhimmel.

Nach mehreren erfolglosen Waschversuchen wechselten wir nach Istein, wo Goldfunde garantiert sind und es eigentlich nur noch um möglichst viele Flitter geht.

Die letzten Hochwässer hatten in Istein ihre Spuren hinterlassen. Das Ufer war weiter abgebrochen und die Größe der weitgehend trockengelegten Geröllbank versprach verheißungsvolle Goldfunde. Aber es sollte ganz anders kommen: Keiner von uns hatte trotz eifrigen Grabens draußen im Fluss mehr als einen oder zwei Goldflitter in der Pfanne. Andreas und Klaus waren die ersten, die die bewährten Seifen am Ufer aufsuchten. Dort waren ihre Proben von Anfang an erfolgversprechend: Auf der schwarzen Matte von Andreas‘ Schleuse blitzten bald die ersten größeren Goldflitter auf.

Bald folgte auch ich dem Rat meiner Kollegen – und siehe da: Hier fanden sich Goldflitter sogar von der Größe von mehr als einem Millimeter Durchmesser. Damit war klar: Das Gold hatte sich auf der in den Fluss ragenden neu gebildeten Geröllbank von den oberen Schichten in die Tiefe bewegt. Wer hier Gold finden will, muss tief graben. Aber dazu hatten wir angesichts des fortgeschrittenen Tages keine Zeit. Anders sah es im unmittelbaren Uferbereich aus: Hier lag in jeder Pfanne Gold.

  • Bitte beachten! Goldsucher sind in Efringen-Kirchen willkommen. Längst kein Geheimtipp mehr ist der Goldwaschplatz bei Istein. Er liegt am unteren Ende der Geröllbank, die bei den Isteiner Schwellen ihren Anfang nimmt. Es versteht sich von selbst, dass der Platz wieder sauber verlassen wird. Ebenso ist das Abgraben des Ufers nicht gestattet. Das Naturschutzgebiet zwischen der Autobahn und der Landstraße bei Istein darf nicht betreten werden. Hier gedeihen seltene Orchideen. Ein weiteres Naturschutzgebiet befindet sich unmittelbar am Isteiner Klotz. Bitte die Hinweisschilder beachten. Das Besteigen des Isteiner Klotzes, eines markanten Felsvorsprungs an der Landstraße entlang des Rheins, ist wegen erhöhter Steinschlaggefahr verboten.

Während des Nachmittages stieß noch Rheindigger Rainer zu uns. Es war purer Zufall, als er uns während seines Sonntagsspazierganges zusammen mit der Familie vom Rheindamm aus erblickte. Am liebsten wäre er wohl geblieben… – An dieser Stelle noch ein Dankeschön an Goldsucher Klaus, der während des Goldwaschens auch von mir Bilder machte. Denn als Fotograf hat man von sich selbst die wenigsten Fotos.