Blog – Dreikönigsschürfen

Klapp-Stiel verhindert Eintauchen ins eiskalte Wasser 

Plötzlich meldete sich am Vormittag das Handy. Goldsucher-Kollege Wolfgang war am Rheinufer eingetroffen und schickte mir per Handy ein Bild. Darauf war das Rheinufer zu sehen – und ein super blauer Himmel. Ich konnte es nicht glauben. Ich war gerade dabei, die Ausrüstung für das Dreikönigsschürfen zu packen. Dazu hatten wir uns verabredet. Ein Blick hinaus aus meinem Fenster: Schnee und ein wolkenverhangener Himmel. Nur eine Stunde von mir entfernt herrschte die Sonne. Was für ein Widerspruch.

Rätselraten auf der Fahrt: Sollte am Goldwaschplatz wirklich die Sonne scheinen? Oder hatte sich Wolfgang nur einen Scherz erlaubt und mir ein Bild aus sonnigeren Tagen geschickt? Denn noch wenige Kilometer vor dem Ziel begleitete mich miserables Winterwetter. Dann endlich. Bad Bellingen war in Sicht und schließlich der Rheinwald oberhalb des Schürfplatzes. Tatsächlich, Sonnenschein. Lediglich ein Wolkenband drumherum. Ich mochte es nicht glauben.

Wolfgang entdeckte mich sofort und zeigte mir schon bald seine neueste Errungenschaft: eine Schaufel mit einem ganz besonderen Griff.

Genau genommen handelte es sich um einen zusätzlichen, beweglichen Stiel. Der zweite Stiel sollte verhindern, beim Herauswuchten mit dem eiskalten Wasser in Berührung zu kommen. Der zweite, bewegliche Stiel mit Klappmechanismus wurde am unteren Teil befestigt. Ein Eintauchen in das eiskalte Nass war damit ausgeschlossen. Anschließend wurde das Sandgemisch ausgesiebt und zur Rinne transportiert. Mit einem Sniffer saugte er die auf der Gummimatte sichtbaren Goldflitter auf. Es waren exakt 78.

Das Arbeiten mit der extravagenten Schaufel erschien mir zwar ein bissle umständlich, aber es funktionierte bestens. Im Gegensatz zu Wolfgang hatte ich nur meine ganz normale Schaufel dabei. Dabei konnte es schon mal passieren, dass die Hände ins Rheinwasser eintauchten. Deshalb hatte ich meine Hände mit einer guten Fettcreme eingerieben. So wie immer in der kalten Jahreszeit. Die Creme schützt zwar nicht vor der Kälte, aber verhindert feine Haarrisse auf der Haut. Ständiges nachcremen ist unumgänglich.

Schon früh am Nachmittag zog der Himmel zu, das Blau wich einem Einheitsgrau. Die Temperaturen fielen spürbar. Wolfgang buddelte mit seiner Spezialschaufel eifrig weiter, während ich immer öfter die Hände in den Hosentaschen aufwärmte. Entsprechend sparsam blieb meine eigene Goldausbeute. Dennoch freute ich mich über das Gold. Kein anderes Metall verfügt über einen so unbeschreiblich einmaligen Glanz. Doch bei dem Gold blieb es nicht. Als Belohnung gab’s einen Herzchenstein obendrein…


Goldwaschen am Rhein beim Goldsucher