Blog – Menschen am Fluss

Der Rhein – Naturereignis, Transportweg und Grenze

Der SWR zeigt Anfang Mai zwei aufwändig produzierte Dokumentationen über den Rhein. Sie zeigen Menschen am Fluss, der im Süden des Schwarzwaldes als Hochrhein und im Westen als Oberrhein fließt. An der Dokumentation habe auch ich mitgewirkt.

Der Rhein ist Naturereignis und Trinkwasserlieferant, er treibt Maschinen an, seit Jahrhunderten werden Waren und Kulturgüter auf ihm transportiert. Er bildet Grenzen, ist bis ins 20. Jahrhundert Kriegsschauplatz. Brücken überspannen ihn als Symbol der Einigung. Industrieanlagen sind Zeugen der Industrialisierung und des Wirtschaftsaufschwungs nach dem Zweiten Weltkrieg. Und das Mittelrheintal ist bis heute Inbegriff der Romantik.

In seiner Doku „Unser Rhein“ geht Harold Wötzel auf „Handel und Wandel am Fluss“ ein. „Im Bann des Stroms“ von Günther Klein schwimmt Prof. Dr. Andreas Fath durch den Rhein und führt zu wichtigen Schauplätzen der Geschichte und Gegenwart. Im zweiten Teil wirke auch ich mit. Über die Filmarbeiten berichte ich auf einer Sonderseite. Zu sehen am Sonntag, 5. Mai 2019, und am Sonntag, 12. Mai, jeweils um 20.15 Uhr im SWR Fernsehen.

Filmemacher Günther Klein und sein “gestylter” Goldsucher – ich.

„Unser Rhein – Handel und Wandel am Fluss“

Das Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz ist wohl der schönste und spannendste Abschnitt des Rheins mit einer einmaligen Landschaft, reich an Geschichte und Kultur und deshalb auch von der Unesco zum Welterbe erklärt. Jahrhundertelang war dieser Abschnitt der gefährlichste – mit Felsriffen, Sandbänken, Untiefen wie vor der Loreley oder am „Binger Loch“, wo viele Kähne leck schlugen und versanken. Binnenschiffer Jupp Alex kennt die Gefahren und weiß, wie man sie umschifft. Mit ihm geht die Reise weiter südwärts und stößt auf andere Helden der Rheinschifffahrt: den badischen Ingenieur Gottfried Tulla, der den Fluss begradigt und um 81 Kilometer gekürzt hat und den Schweizer Vordenker Rudolf Gelpke, der bewies, dass der Fluss auch zwischen Basel und Straßburg schiffbar ist. Pioniere und Mutige haben den wilden Rhein über die Jahrhunderte zu einer Wasserstraße ausgebaut, auf der sich Waren kreuzten, zwischen Südeuropa und der Nordsee. Visionäre haben dafür gesorgt, dass sich an den Ufern Staaten zusammenschlossen und einen freien Schiffverkehr ermöglichten. Dichter und Maler sind durch die Weinberge gewandert und haben der Romantik einen Namen gegeben: Rhein. Dieser Fluss steht für Handel, große Gefühle und für Europa.

„Unser Rhein – Im Bann des Stroms“

Wie kommt man dem Rhein am nächsten, dem Inbegriff eines Flusses und Symbol deutscher Identität? Prof. Dr. Andreas Fath, der den Rhein schon 2014 von der Quelle bis zur Mündung durchschwamm, wiederholt für die SWR Doku Teile dieses Abenteuers. Vom Tomasee bis nach Nonnenwerth folgt er dem Lauf des Stroms. Er richtet dabei seinen Blick auf die Geschichte und die Geschichten der Menschen, die mit und von ihm lebten. Auf der Insel Reichenau im Bodensee stand einst die Wiege europäischer Kultur. In Basel diente der Fluss zum Antrieb von Papiermühlen, eines der ältesten Bücher wurde hier gedruckt: „Das Narrenschiff“.

Fath begegnet einem Goldsucher, der ein altes Gewerbe am Fluss am Leben erhält. Der Goldsucher bin ich. Seit meiner Kindheit betreibe ich die Goldwäscherei als Freizeitbeschäftigung und biete seit anderthalb Jahrzehnten Goldwaschkurse für die Gemeinden Bad Bellingen und Neuenburg an. Dazu kommen Teilnehmer aus ganz Deutschland und sogar dem Ausland. Meist verbinden sie das Goldwaschen mit einem Urlaub im Schwarzwald.

Zwischen Basel und Karlsruhe erinnert links und rechts des Rheins vieles an Kriege, aber auch die Annäherung der einstigen Erzfeinde Frankreich und Deutschland und an das vereinte Europa. Hier wird der Strom zur begradigten Wasserstraße, die den Südwesten zu Industriestandort werden ließ. Bei Worms erinnern Hungersteine daran, wie abhängig die Menschen vom Fluss sind und im Mittelrheintal entdeckt Fath die Wiege der Romantik.

Sendereihe „Geschichte und Entdeckungen“

Die Reihe „Geschichte und Entdeckungen“ bietet dem Publikum am Sonntagabend um 20.15 Uhr im SWR Fernsehen aufwändig produzierte Dokus zu unterschiedlichsten Wissensgebieten aus dem deutschen Südwesten. Darunter Alltags-, Technik- oder Kulturgeschichte, aber auch Themen wie Archäologie, Geografie, Reise, Tiere und Natur.

Sendetermine

  • Folge eins: „Unser Rhein – Handel und Wandel am Fluss“, 5. Mai 2019, 20:15 Uhr im SWR Fernsehen
  • Folge zwei: „Unser Rhein – Im Bann des Stroms“, 12. Mai 2019, 20:15 Uhr im SWR Fernsehen

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