Goldwaschen am Rhein 07.09.2019

Glück und Geduld sind beim Goldschürfen unzertrennlich

Was für ein Tag! Hätten wir uns auf den Wetterbericht verlassen, wären wir am  heutigen Samstag mit Regenschirmen am Ufer gestanden. Stattdessen badeten wir den ganzen Tag über im Sonnenschein. Da machte das Goldsuchen doppelt so viel Spaß.

Ein wenig misstrauisch waren die Teilnehmer des heutigen Tages schon, als Steffi und ich sie bei der Tourist-Information in Bad Bellingen in Empfang nahmen. Ob man auch wirklich “richtiges Gold” findet? Und wenn ja, wer hat das wohl in den Rhein gestreut? Nun, geschummelt wird bei uns nicht. Denn das Gold liegt im Rheinsand verborgen – von Natur her. Denn der Rhein ist berühmt für seinen wertvollen Schatz. Und das seit über 2000 Jahren.

So lange schon sind Goldsucher an den Ufern unterwegs. Leer ausgehen wird hier niemand, sofern er willens ist, eine Schaufel in die Hand zu nehmen und den ausgesiebten Sand mit der Waschpfanne reinzuwaschen, bis letztlich mindestens ein Goldstückchen auftaucht.

“Das ist ja einfach!” kommentierte ein Kursteilnehmer, als ich ihm die Waschtechnik erklärte. Doch ganz so einfach ist es nicht. Denn allzu leicht werden die wertvollen Edelmetallflitterchen über den Pfannenrand zurück in den Fluss gespült.

Es kommt nämlich auf die richtige Waschtechnik an. In den Filmen sieht das zwar ziemlich einfach aus, doch die Wirklichkeit ist halt doch ein wenig spannender und erfordert viel Konzentration.

Grundsätzlich erläutere ich zu Beginn jedes Goldwaschkurses ausführlich, das Gold ein extrem seltenes Edelmetall ist und es einige List erfordert, das gelbe Metall aus dem Rheinsand zu waschen. So auch heute beim Waschplatz Nummer 179, einem der beliebtesten Goldwaschplätze am Oberrhein. Er liegt südlich von Bad Bellingen und sollte auch heute Ziel der Begierde sein.

So schön kann die Tagesausbeute eines erfolgreichen Goldsuchers sein. Geschürft wurde das Rheingold von unserem Freund Wolfgang.

Gold, so erklärte ich der Gruppe, ist im Rheinsand fein verteilt. An manchen Stellen liegen mehr Goldflitterchen, an anderen Stellen weniger. Zunächst geht es darum, die sogenannte “Goldlinie” zu finden. Wer auf ihr schürft, wird mehr Erfolg haben. Im Anschluss wird der Untergrund mit der Schaufel abgetastete und dann ein Loch in das Kiesbett gegraben. Verfärbt sich das Wasser braun, ist meist Lehm eingebunden. Hier hat noch niemand gegraben.

Dann werden die Kieselsteine und Sande gesiebt. Übrig bleibt ein feiner Sand. Dieser wird mit der Pfanne ausgewaschen. Dabei ist auf die richtige Arbeitsweise zu achten. Es wird gerüttelt und geschüttelt. Stets mit viel Wasser in der Pfanne. Das Sandgemisch wird gelockert. Zugleich bewegen sich die schweren Bestandteile auf den Pfannenboden, während die leichteren Sande über den Pfannenrand fortgespült werden. Diese Prozedur wird einige Male wiederholt, bis letztlich noch ein wenig Sand und der “schwarze Sand” (Magnetit) übrig bleibt. Mit ein wenig Glück sowie Sorgfalt taucht das erste Goldstückchen auf. Der Glanz ist kräftig und mit nichts zu vergleichen.

Soweit die Theorie. In der Praxis arbeiten die Hände nicht ganz so perfekt miteinander. Im Nu kann der sortierte Pfanneninhalt wieder vermischt werden, so dass die schweren Goldstückchen nach oben gelangen und in der Folge ebenso fortgespült werden. Im Kurs wird die Schwenktechnik eingeübt, bis letztlich jeder sein  erstes selbstgefundenes Flitterchen in das Aufbewahrungsgläschen tupfen kann. Mit etwas Geschickt geschieht dies allerdings schon mit der ersten oder zweiten Pfanne.

Fürs Auftupfen der Goldflitterchen benutzen wir feine Pinsel. Doch wohin damit, wenn man beide Hände benötigt? Steffi bewahrt ihren Pinsel immer im Haar aus.

Immer wieder gefragt ist auch der Umgang mit der Goldwaschrinne. Sie werden nachmittags eingesetzt und sollen die Goldausbeute erhöhen. Allerdings muss das in den Rillen eingefangene Schwermineralienkonzentrat mit der Waschpfanne reingewaschen werden. Je mehr Sand durch die Rinne gejagt wurde, umso mehr Gold wird letztlich eingefangen.

Heute war die Goldsuchergruppe ziemlich groß. Dennoch klappte das Schürfen vorbildlich. Einige Teilnehmer konnten sogar eine stattliche Anzahl an Goldflitterchen mit nach Hause nehmen. Andere wiederum hatten lediglich einige wenige. Beim Goldsuchen spielt halt auch ein wenig Glück mit. In jedem Fall hatten alle einen wunderschönen Abenteuertag – mit schönstem Sonnenschein. Herzlichen Dank an alle. Übrigens, ein dickes Dankeschön auch an Steffi. Von ihr stammen die meisten der Bilder auf dieser Seite.


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Formular Grußtext


Goldwaschen am Rhein beim Goldsucher