Goldwaschen am Rhein 19.08.2018

Hohe Goldkonzentration hinter einem Felsen

Das war die Überraschung. Nachdem sich zunächst nur wenige Goldstückchen zeigten, war unerwartet eine reiche Goldkonzentration entdeckt. Pro Pfanne glänzten zahlreiche Goldflitterchen. Das war ein Glücksfall. Die Ausbeute kann sich sehen lassen.

Einen solchen Fund gibt es selbst am Rhein nicht alle Tage. Weil sich an der ersten Schürfstelle zu wenige Goldflitterchen einstellten, entschied ich mich für einen weiteren Grabungsversuch unmittelbar unterhalb eines im Rheinwasser liegenden Felsens. Das ausgesiebte Material transportiere ich in einem großen, schwimmenden Eimer direkt zu meiner Goldsuchergruppe. Dann wurde der Sand in alle Pfannen verteilt.

Zwecks Vergewisserung übernahm ich das Auswaschen der ersten Pfanne; ich wollte nachsehen, ob die neue Schürfstelle mehr Goldstückchen verspricht als die bisherige. Ein wenig Rütteln, Schwenken und den leichten Sand fortspülen… Wir trauten unseren Augen nicht: Mindestens 20 Goldflitterchen glänzten wie ein Sternenhimmel auf dem Pfannenboden. Bingo! Ich hatte eine Stelle im Flussbett gefunden, wo die Goldkonzentration besonders hoch war.

Zum ersten Mal im Leben im Rhein Gold gewaschen und schon so viele Goldstücken aus der Pfanne geholt. Dies ist die Ausbeute einer Teilnehmerin. Herzlichen Glückwunsch!

Schnell wurden alle Pfannen mit dem mitgebrachten Sandgemisch gefüllt, dann folgte bei einer x-beliebigen Pfanne erneut ein Test. Und wieder dasselbe Ergebnis. Toll! Ich konnte es nicht fassen. Manche Flitter hatten einen Durchmesser bis zu 2 mm.

 

Ich war hellauf begeistert, wollte sofort nochmals Material holen… Aber dann der Schreck. Einige eifrige Männer waren bereits im Bereich meines Goldloches dabei, so viel Sand wie möglich zu schaufeln. Doch sie hatten meine zuvor gelegte Markierung entfernt und gruben in der Umgebung. Meine Spuren waren verschwunden. Die Männer waren offenbar total im Goldfieber und hatten dabei eine wichtige Regel missachtet: Ist eine Schürfstelle erfolgreich, wird exakt an dieser so lange gegraben, bis sie ausgebeutet ist. Dazu ist es wichtig, die Markierung zu belassen. Aber wo war nun meine Super-Schürfstelle? Eine Ortung war nicht mehr möglich.

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Das kann passieren und zeigt, was mit uns Menschen passiert, wenn wir mit dem gelben Metall in Berührung kommen. Wir werden vom Goldfieber infiziert, buddeln Hals über Kopf irgendwo herum. So sehr wir uns auch bemühten: Ab sofort reduzierte sich die Ausbeute auf das übliche Maß. Dennoch blieb das Ergebnis super.

Natürlich wurde an diesem Goldwaschtag nördlich von Neuenburg nicht nur nach Gold geschürft; die Mittagspause bot eine gute Gelegenheit, die Funde zu bestaunen und nebenbei noch viel Wissenswertes über das Rheingold zu vermitteln.

Beim Abschied am Abend wäre der eine oder andere Goldwaschteilnehmer sicherlich noch gerne viel länger geblieben. Wer es sich zeitlich einrichten konnte, für den wurde das gemeinsame Waschen noch ein bisschen über die Zeit hinaus verlängert. Doch irgendwann war halt der Tag zu Ende. Schade, denn es war ein  äußerst erfolgreicher Goldwaschtag. So viel Goldflitter werden wir auf einen Schlag so schnell nicht mehr finden.

Nach der Goldsuche traf ich mich mit zwei erfahrenen Schürfern, Andreas und Petra aus Villingen, in einem Eiscafé in Neuenburg. Sie waren zufälligerweise ebenso hier bei Grißheim auf Goldsuche und hatten das Ereignis mitbekommen. Eines unserer Themen war das Erfolgsloch mit den zahlreichen Goldstückchen. Wo könnte es nur gewesen sein? Und sollten wir uns demnächst auf die Suche danach begeben? Denn wo so viele Flitterchen liegen, da gibt es sicherlich noch viel, viel viel mehr…


Das sagen die Teilnehmer

  • Miriam P. aus Neuwied: Mir hat der gestrige Tag sehr gut gefallen. Ich habe viele neue Sachen gelernt, sowohl über die Techniken des Goldwaschens, als auch ein wenig über die Region. Es ist vermutlich schwer, einen Kursleiter mit einer ähnlich ansteckenden Begeisterung für das Goldwaschen zu finden. Toller Kurs, super Kursleiter und richtig toller Tag bei bestem Wetter! Es lohnt sich auch eine weitere Anreise, wie in unserem Fall aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz.
  • Marion R. aus Berikon (Schweiz): Bei schönstem Wetter begaben wir uns unter kundiger Anleitung auf Goldsuche und mussten schnell feststellen, dass dies keine einfache Arbeit ist: Kies buddeln und danach mit dem richtigen Schwenk die leichten Sande rauszuwaschen, um vielleicht schwarzen Sand in der Pfanne zu haben, ist nicht ohne! Es hat aber Spass gemacht und wer wollte, konnte sich im Rhein noch abkühlen. Ein toller Tag!
  • Dominik und Elena H. aus Muggensturm: Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen! Der Waschplatz war nicht nur wegen den Goldfunden toll gewählt. Ein schattiges Plätzchen am Ufer und das flache, fast schon warme Wasser haben das Goldwaschen zu einem tollen Familienerlebnis werden lassen. Auch wenn wir wohl doch nicht reich geworden sind, hat sich am Ende des Tages ein hübsches kleines Häufchen Goldflitter am Boden unseres Glasröhrchens angesammelt.

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Goldwaschen beim Goldsucher am Rhein