Goldwaschen am Rhein 20.07.2019

Wer erfolgreich Rheingold sucht, muss es überlisten können

Was gibt es Schöneres, als an einem herrlichen Sommertag draußen in der Natur zu sein und dabei auch noch echtes Rheingold zu schürfen? Für die Teilnehmer des Goldwaschkurses am Samstag ging dieser Wunsch in Erfüllung. Das gelbe Metall hielt uns alle fest in seinem Bann.

Gold ist ein sehr seltenes Edelmetall. Wollte man alles Gold, das die Menschen jemals geschürft und gefördert haben, in einen Würfel formen, hätte dieser eine Kantenlänge von gerade mal 21 Meter. Ein wenig des kostbaren, faszinierendes Metalls liegt im Oberrheingraben. Wissenschaftler sprechen von rund 50 Tonnen. Das mag sich viel anhören, doch es liegt fein verteilt zwischen den Kieselsteinen verborgen. Das meiste davon ist winzig klein und kaum sichtbar, aber oft kommt es in der Form kleiner Flitterchen vor. Sie haben einen Durchmesser von 1 mm oder weniger, in Glücksfällen können sie sogar deutlich größer sein.

Um es zu finden, erfordert es viel Geschick. Doch damit nicht genug. Denn das gelbe Metall will überlistet werden. Es ist sehr eigenwillig, liegt keinesfalls auf der Erdoberfläche und versteckt sich tief im Sand.

Um die vielen Kieselsteine und größeren Brocken beiseite zu schaffen und an den begehrten Sand zu gelangen, ist zunächst Muskelkraft angesagt.  Zunächst werden Steine und Sand in ein Sieb geschaufelt, unter das eine Goldwaschpfanne liegt.

Dann heißt es, kräftig zu schütteln und zu rütteln, um die feinen Sande in die Pfanne gelangen. Damit nicht genug, denn jetzt beginnt die eigentliche Arbeit: Wieder wird gerütteln, wodurch sich die besonders schweren Mineralien auf den Pfannenboden absenken, bis die leichteren Teile über den Rand fortgespült werden. Dieser Vorgang muss mehrmals wiederholt werden. Übrig bleiben schwarze, schwere Sandkörnchen. Mit ein wenig Glück glänzen auch schon die ersten Goldflitterchen. Das ist der schönste Moment. Die Goldstückchen müssen jetzt in ein Gläschen getupft werden und können abschließend ausgiebig bestaunt werden.

Ein Teilnehmer, Marvin, hatte von einem Verwandten aus Australien eine Handpumpe geschenkt bekommen und probierte sie ausgiebig aus. Zu schaffen machte ihr der harte, verfestigte Flussgrund. Dieser musste zunächst mit der Schaufel gelockert werden, weil sonst nur oberflächige und damit goldarme Sande gefördert wurden. Nach dem Praxiseinsatz hatte Marvin etliche Ideen, wie er das Gerät verbessern könnte.

Klar, die Goldwäsche macht hungrig. Deshalb zogen wir kurz nach Mittag zum “Basislager” unter großen, schattenspendenden Bäumen zurück. Während die hungrigen und durstigen Goldsucher neue Kräfte sammelten und es sich gut gehen ließen, erzählte ich ihnen einige Geschichten rund ums Rheingold.

Anschließend wurden die Waschrinnen am Rand des Rheinufers in die Strömung gelegt. Damit konnte die Ausbeute ein wenig erhöht werden.

Auch heute verging der Goldwaschtag wieder viel zu kurz. Im Nu war er vorüber. Die Teilnehmer hatten einen schönen Abenteuertag erlebt. Eine Besonderheit gab es heute: Dieser Tage hatte meine Partnerin Steffi Geburtstag. Zwei befreundete Goldwäscher, Wolfgang und Hans, erinnerten sich daran und hatten ihr schöne Überraschungsgeschenke mitgebracht, darunter ein weiß glasiertes, riesiges Herzchensteinchen. Es wurde just am Tag ihres Geburtstages gefunden und bringt einige Kilogramm auf die Waage. – Herzlichen Dank an alle! Ich freue mich bereits riesig auf die nächste Goldsuche und wünsche mir, wieder so liebenswerte, fleißige Teilnehmer begrüßen zu dürfen.


Das schreiben die Teilnehmer!

  • Karsten K. aus Esslingen: Nochmals vielen Dank für den so schönen und entspannten Tag bei Dir in Baden. Wir Schwaben fanden es bei Euch sehr schön und können das Erlebnis am Rhein mit Euch nur empfehlen. Schön waren Deine Geschichten, sehr interessant und informativ. Vor 40 Jahren habe ich von meinem Vater von Lewis Strauss einen kleinen Mini-Anteil einer Goldmine durch eine Werbeaktion bekommen, die bis heute bei mir im Schrank liegt… Jetzt werde ich bestimmt sehr reich. 🙂 🙂 🙂 Das Erlebnis, die Erfahrung und der Tag waren aber viel mehr wert als das Gold vom ganzen Tag. Grüße aus Esslingen, die K’s.
  • Bettina P. aus Esslingen: Es war ein toller Tag mit zum Glück auch super Wetter! Es war sehr interessant, die Geschichte der Goldsucher und die verschiedenen Methoden des Goldwaschens kennenzulernen. Mit dem Finden müssen wir noch üben, aber immerhin hat es für eine seltene “Nadel” gereicht. Vielen Dank nochmal und viele Grüße und Dank auch anSteffi aus der Heimat! 🙂

Du hast am Goldwaschtag teilgenommen und möchtest einen Gruß hinterlassen? Darüber würde ich mich sehr freuen. Fülle das Formular aus, auf “absenden” tippen, fertig.

 

Formular Grußtext


Goldwaschen am Rhein beim Goldsucher