Goldwaschen am Rhein 26.01.2019

Winterliche Goldsuche um den Gefrierpunkt

In der kältesten Jahreszeit nach dem gelben Metall schürfen, das ist etwas Besonderes. Ein echtes Abenteuer für harte Burschen (und Mädels). Gelohnt hat es sich allemal. Alle Teilnehmer konnten selbst geschürftes Gold mit nach Hause nehmen. Und sie beherrschen nun den Umgang mit den Goldsuchergeräten.

 

Nein, eine Erkältung habe ich mir nach diesem Goldwaschtag nicht geholt. Bei Temperaturen knapp um den Gefrierpunkt geht man ja auch sonst nach draußen. Die passende, warme Bekleidung anziehen, schon ist es mollig angenehm. Am Fluss sind ein paar zusätzliche Regeln zu beachten: trockene Füße und kein Wasser in die Stiefel bekommen, die Hände immer wieder mit schützender Handcreme einreiben und so wenig wie möglich mit dem Wasser in Kontakt gelangen. Wer dies beachtet, wird sich am winterlichen Rheinufer selbst bei den widrigsten Witterungsverhältnissen bestens zurecht finden.

Die Teilnehmer dieses Wintergoldwaschtages hatten vorgesorgt. Lediglich einer bemerkte frühzeitig ein klaffendes Loch im Stiefel. Damit war für ihn das Betreten der Pfützen und Wasserlöcher sowie aller anderen nassen Flussuferbereiche verwehrt. Denn kaltes Wasser in den Stiefeln entzieht Körperwärme.

Trotz dieses Hindernisses konnte er am Schluss des Tages eine stattliche Anzahl an Goldflitterchen vorweisen. Voller Stolz zeigte er mir sein Ergebnis, das er zusammen mit seiner Allerliebsten sowie den beiden Kindern aus dem Rheinsand geholt hatte.

Den übrigen beiden Teilnehmern war das Glück ebenso zugetan, wenngleich bei einem die Schwenktechnik lange Zeit Probleme bereitete. Schließlich kommt es ja gerade darauf an: Zunächst werden Sand und Kieselsteine in ein Sieb geschaufelt, dann wird kräftig gerüttelt. Der goldhaltige Sand fällt in die darunter liegende Pfanne. Nun muss lediglich noch das feine Gemisch gewaschen werden. Das hört sich ziemlich easy an, ist es aber nicht. Aber nach einer Weile klappt es endlich. Übrig bleiben schwarzer Sand (Magnetit) und Gold sowie ein wenig Sand. Jetzt müssen lediglich noch die Goldstückchen in das Aufbewahrungsröhrchen getupft werden. Fertig.

Du möchtest mal selbst auf Goldsuche gehen? Hier sind die nächsten Goldwaschtermine!

Wird die Pfanne beherrscht, können die Waschrinnen eingesetzt werden. Hierbei wird Sandgemisch in den oberen Abschnitt gestreut. Den Rest erledigt das durchströmende Wasser: Es sortiert die schweren von den leichten Teile und schwemmt unnötige Sande fort. Das verbliebene Konzentrat muss lediglich noch mit der Pfanne reingewaschen werden. Je mehr Sand, umso mehr Gold gibt es hinterher.

Kurz nach der Mittagszeit sammelten die beiden Kinder und ich im nahen Rheinwald trockenes Holz. Das Lagerfeuer wärmte uns nicht nur auf, sondern hüllte jeden in in eine Rauchschwade. Hinterher dufteten allesamt nach Schwarzwälder Schinken. Jetzt war klar, weshalb das Schwarzwälder Regionalprodukt so riecht wie es riecht.

Übrigens, trotz der winterlichen Frische dauerte das Goldwaschen bis Einbruch der Nacht. Erst bei Dunkelheit konnte ich den Platz und meine Werkzeuge aufräumen. Der Weg von der Geröllbank durch den dunklen Rheinwald zum Parkplatz war etwas gewöhnungsbedürftig. Die Teilnehmer waren gerade noch mit dem letzten Tageslicht gegangen.

Auf der Fahrt nach Hause fuhr ich eine Tankstelle mit Kaffeebar an. Beim Cappuccino fragte mich ein Autofahrer, ob ich gerade aus dem Schwarzwald käme. Ich bejahrte. Der Rauchgeruch meiner Bekleidung hatte ihn wohl auf die Idee gebracht…

Tipps fürs Goldwaschen im Winter

  • Gute Winterbekleidung ist unbedingt erforderlich.
  • Ziehe Dich warm an, am besten mehrere T-Shirts übereinander. Zu viel Bekleidung kannst Du so immer noch ablegen.
  • Achte auf einwandfreie Stiefel und trockene Füße. Am besten ein zweites Paar Socken überziehen und ein drittes Paar als Reserve mitführen.
  • Benutze Handschuhe und / oder führe eine gute, fettende Handcreme mit. Es empfiehlt sich, die Hände ständig einzucremen.
  • Nimm ein heißes Getränk mit. Am besten Tee in der Thermosflasche.
  • Arbeite langsam und vermeide, zu schwitzen. Denn wenn Du in eine Ruhephase kommst, könntest Du dann frieren.

Das sagen die Teilnehmer

  • Christian N. aus Radolfzell: Der Goldwaschgrundkurs von Dir hat mir sehr gut gefallen. Meine Erwartungen wurden übertroffen. Nun hat mich auch das Goldwaschfieber gepackt. Demnächst werde ich auf die Suche nach dem Edelmetall gehen. Werde Dir von meinen Funden berichten. Viele liebe Grüße vom Bodensee, Christian

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Formular Grußtext


Goldwaschen am Rhein