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Goldwaschen am Rhein 06.08.2022

Schatten und gelegentlich ein erfrischendes Windchen! Das tut gut. Der Samstag war ganz anders als die bisherigen Goldwaschtage im ersten Halbjahr. Das Wetter war angenehm, der Himmel leicht bewölkt. So lief das Goldwaschen viel leichter "von der Hand". Und das, obwohl die Teilnehmerzahl ungewöhnlich groß war. Doch alle fanden ihr Glück, alle nahmen selbst geschürftes Rheingold mit nach Hause. Davon überzeugte sich sogar eine Journalistin, die ebenfalls am Goldwaschtag teilgenommen hatte.

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Zugegeben, schon allein der Weg zum Goldwaschplatz ist mit einem kleinen Abenteuer verbunden. Vom Treffpunkt beim Bad Bellinger Kurhaus ging's nach der Begrüßung mit eigenen Autos zum nahen Waldparkplatz, dann zu Fuß über den historischen Rheindammweg und zuletzt auf einem schmalen Pfad durch den "Urwald". Erst im letzten Moment, wenn die letzten Büsche und Bäume passiert sind, tauchen das Flussufer und die Geröllbank auf. Der Platz, den Steffi und ich (Franz) ausgewählt hatten, birgt einen wahren Schatz: Im Sand zwischen den großen Kieselsteinen liegt - fein verteilt - echtes Rheingold! Das gelbe Metall ist zunächst nicht sichtbar. Es versteckt sich irgendwo zwischen den Sanden, scheut das Tageslicht und entzieht sich damit völlig selbst dem geschulten Blick. Doch Goldsucher wissen um seine Anwesenheit. Und sie wissen, wie man dem wertvollen Edelmetall auf die Spur kommt.

Nach Gold wird am Rhein schon seit Jahrtausenden geschürft. Es wird aus dem Napfgebiet, einer gigantischen, eiszeitlichen Ablagerung, über verschiedene Flüsse ab Waldshut in den Hochrhein gespült und nimmt ab da seinen Weg durch den Rhein bis zur Nordsee. Die ergiebigsten Fundstellen liegen sowohl am Hoch- als auch am Oberrhein. Für Freizeitdigger besonders interessant ist der Altrhein zwischen Markgräflerland und Breisgau auf der einen Seite und dem Elsass auf der gegenüberliegenden Flussseite. Denn hier schlängelt sich der Altrhein (der "alte Rhein") durch die Oberrheinebene und bildet mitunter Geröllablagerungen mit einem erhöhten Anteil schwerer Mineralien, darunter Gold.

Darüber informierten wir unsere heutigen Teilnehmer, zeigten ihnen aber auch, wie wir das Metall aus dem Sand locken. Dazu ist die richtige Waschtechnik entscheidend. Denn Gold lagert sich beim Rütteln und Schütteln aufgrund seines extrem hohen spezifischen Gewichtes immer unten, also auf dem Pfannenboden, ab. Im Grunde geht es beim Goldwaschen darum, die leichten Bestandteile im Sand nach oben und die schweren nach unten zu bewegen. Mit den richtigen Bewegungen erfolgt die Trennung sehr schnell. Gold ist fast 20 Mal schwerer als Wasser und immerhin 10 Mal schwerer als die übrigen Mineralien. Dennoch erfordert die Waschtechnik einige Übung.

Das erfuhren auch die Teilnehmer. Eine unvorsichtige, zu heftige Bewegung, schon rutschte das Gold zusammen mit anderen Sanden über den Pfannenboden zurück in den Fluss. Damit dies nicht passierte und jeder so viele Goldflitterchen wie möglich sein eigen nennen konnte, kontrollierte insbesondere Steffi alle Pfannen, zeigte Kniffe und holte das Gold aus den Pfannen. Unterdessen half ich beim Schaufeln und bei den Waschrinnen, damit die Ausbeute noch besser ausfiel. Unser Bestreben ist nämlich, nicht nur Gold zu finden, sondern so viel wie möglich.

Heute war auch die Journalistin Sira Huwiler-Flamm dabei. Sie arbeitet für den Südkurier am Hochrhein, aber auch für Verlage in der Schweiz. Das nötige Handwerkszeug erwarb sie an der Axel-Spring-Akademie in Berlin. An der Universität Basel hat sie den Bachelor in Soziologie und Medienwissenschaften (insigni cum laude) gemacht. Heute darf sie sich Crossmedia-Redakteurin nennen.

Während des Goldwaschtages tauchte noch ein weiterer Goldwäscher auf. Er schürfte etwas abseits, gesellte sich dann aber zu uns. Es war Julian aus Hessen. Der junge Mann hatte voriges Jahr in einem unserer Goldwaschkurse das Schürfen erlernt und ist seither leidenschaftlicher Goldsucher. Inzwischen besitzt er eine komplette Ausrüstung, macht immer mal wieder Urlaub im Markgräflerland, nur um an den Ufern des Altrheins nach dem gelben Metall zu suchen. Die Freude war groß, als Steffi und ich ihn erkannten und mit ihm noch ein wenig fachsimpeln konnten.

An dieser Stelle ein ganz dickes Dankeschön an alle Teilnehmer! Es war ein wunderschöner, herrlicher Tag mit tollen Goldfunden!

Grüße der Teilnehmer

  • Cordula S. aus Bad Saulgau: Es war ein toller Tag, hat sehr viel Spaß gemacht und war sehr lehrreich. Über meine kleine Ausbeute habe ich mich auch gefreut. Ein unvergesslicher Tag, vielen lieben Dank. Liebe Grüße von Cordula aus dem Schwabenland, bleibt gesund und macht weiter so.
  • Torsten M. aus Schwanau: Hallo Ihr beiden, es war ein sehr schöner Tag. Gruß Pina und Torsten
  • Simon S. aus Edingen-Neckarhausen: Vielen Dank für den gelungenen Tag. Wir hatten viel Spaß und haben uns über unsere kleinen Funde sehr gefreut und konnten einiges Neues in Bezug auf das Goldwaschen mitnehmen. Viele Grüße
  • Ellen W. aus Haiterbach: Wir hatten mit unserem Patenkind und Freundin einen herrlichen Tag beim Goldwaschen am Rhein und waren erstaunt über die Ausbeute. Vielen lieben Dank, es hat viel Spaß gemacht!
  • Robert O. aus Bad Saulgau: Hallo Steffi & Franz, es war ein sehr schöner Tag mit euch und vor allem hat es mir gefallen, mal wieder in meiner "alten Heimat" zu sein und dann noch nach Gold schürfen zu können. Neben den tollen Informationen bezüglich Gesteinen und deren Dichte habe ich auch einen leichten Goldrausch erleben dürfen, toll. Ich werde bestimmt ;-) nächstes Jahr wieder dabei sein... Viele Grüße aus dem Bodenseekreis, Robert