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Goldwaschen am Rhein 15.08.2021

Erst gestern war das Wasser soweit zurückgewichen, dass ein Goldwaschen auf Camp 1 wieder möglich war. Der Platz ist eigentlich ein schmaler Streifen zwischen dem höher liegenden Rheinwald und einer riesigen, allerdings zugewucherten Geröllbank. Das Hochwasser der letzten Wochen hatten die oberste Sandschicht weggespült und bot und somit perfekte Grabungsmöglichkeiten. Es war klar, dass wir auch heute diesen Platz aufsuchten. Wo gestern viel Gold gefunden wurde, musste noch mehr verborgen sein.

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Gold ist ein ziemlich eigenartiges Metall. Es hat eine fanstastische Farbe, ist sehr schwer und auch recht eigenwillig. Und es liegt in den Sanden des Rheins. Allerdings ist es sehr ungleich verteilt, weshalb vor jedem Waschen erst einmal prospektiert werden muss. Vor Wochen, als das Hochwasser eine kurze Verschnaufpause eingelegt hatte und der Pegel kurzzeitig fiel, hatte ich schon einmal hier geschürft. Mit einem überraschenden Erfolg. Deshalb führten Steffi und ich schon gestern die Teilnehmer des Goldwaschkurses hierher. Die Menge an Goldflitterchen, die hier so leicht zu finden waren, überzeugte alle. Und auch die heutige Gruppe sollte ihren Anteil an der Goldseife haben. Goldseifen werden Geröllbänke genannt, die besonders reich an dem Edelmetall sind.

Als ich vor Wochen hier schürfte, waren die Pfade im Rheinwald entlang der Goldwaschstellen noch mit Sand überflutet. Aber eine der nächsten Hochwässer transportierte es wieder ab und spülte sogar die Wurzeln der Büsche und Bäume frei. Der Boden war ein einziges, hölzernes Geflecht. Unterhalb davon schlängelt sich eine mit großen Kieselsteinen übersäte Böschung entlang. Hier war (mit Ausnahme von gestern) seit Jahren nicht mehr geschürft worden. Im Laufe der Zeit trugen Hochwässer und die Strömung ein Goldplättchen nach dem anderen herbei. Nun galt es, so viele wie möglich zu bergen.

Wer mit der Pfanne Gold finden will, muss einen alten Goldgräbertrick anwenden. Und das bedeutet, zunächst wird nicht Gold, sondern der "schwarze Sand" (Magnetit) gesucht. Wo er vorkommt, liegt auch Gold. Die Häufigkeit des "schwazen Sandes" gibt Aufschluss darüber, ob sich hier schwere Mineralien versammelt haben - und damit auch Gold. Denn nicht immer ist in der ersten Pfanne ein Goldstückchen zu finden. Doch heute war es so. Von Anfang an fanden sich im ausgesiebten, gewaschenen Sand kleine und kleinste Flitterchen - aus purem Rheingold.

Die Teilnehmer waren mit Begeisterung dabei, eine Pfanne nach der anderen mit Sand zu füllen. Steffi und ich wiederum kamen kaum hinterher, ihnen beim Heraustupfen der Flitter zu helfen. Diesen Teil der Arbeit, nämlich das Bergen der Goldflitter, wollten die meisten lieber uns überlassen. Offenbar hatten sie Sorge, im letzten Moment ihren Schatz zu verlieren. Dabei erzählten wir ihnen aber noch einige Geschichten über das Rheingold, woher es kommt und was beispielsweise die Jeans mit den Golddiggern zu tun hat.

Die Begeisterung kannte keine Grenzen. Obwohl wir immer um die Mittagszeit eine kleine Vesperpause mit der Möglichkeit, auf dem aufgebauten Grill ein paar schmackhafte Leckereien zu bruzzeln, anboten, wurde auch heute davon kaum Gebrauch gemacht. So sehr waren die Teilnehmer vom Schürfen und den neuerlichen Funden begeistern. Eine Pause hätte ja auch bedeutet, in dieser Zeit nicht zu schürfen. Überrascht hatten uns auch heute wieder die Kinder. Sie ließen nicht locker, wollten mehr und mehr Pfannen auswaschen. Steffi und ich mussten immer wieder darauf aufmerksam machen, zumindest mal zwischendurch etwas zu trinken.

Übrigens, die Hochwässer der letzten Zeit haben nicht nur Wurzeln freigelegt und Sandberge versetzt, sondern auch allerlei merkwürdige Dinge angespült. Uralte Bierdosen sowie Bleche fanden sich zuhauf. Das seltsamste Strandgut war ein ur-uralter Schubkarren aus Holz. So etwas haben wir hier noch nie gesehen.

Auch dieser Tag war für uns ein ganz besonderer. Wir werden uns gerne daran erinnern, insbesondere an die tollen großen und kleinen Goldgräber. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön von Steffi und Franz!

Das schreiben die Teilnehmer

  • Brunhilde und Christian N. aus Freiburg: Vielen Dank für die tollen Eindrücke. Dieser Goldwaschtag war ein tolles Erlebnis und erfüllte unsere Vorstellungen voll und ganz mit kleinen Goldflitterchen.
  • Bernd R. aus Lutherstadt Eisleben: Hallo und guten Tag. ich war... am Rhein zum Goldwaschen. Man sah den Teilnehmern die Freude am Goldwaschen regelrecht an. Trotz der Hitze waren alle im Goldrausch. Eine Dame aus Hannover fiel mir besonders auf... dem Fluss Gold abzuringen. Sie fragte mich, ob ich ein Foto für ihre Enkel machen könnte. Es war ein schönes Erlebnis an diesem Sonntag. Zu sehen, wie sich Menschen für das Goldwaschen und die Natur begeistern können. Mit freundlichen Grüßen, Bernd R.
  • Christian E. aus Wolfach: Vielen Dank für den tollen Tag am Altrhein und auch einmal das Goldfieber zu erleben und ein klein wenig Rheingold mit nach Hause zu nehmen. Werde bestimmt das ganze noch einmal wiederholen.
  • Thomas B. aus Bernau: Vielen lieben Dank für den super Goldwaschtag mit Euch! Es war Spannung pur von Anfang bis Ende! Glücklich mit dem ersten eigenen Goldfund, planen wir bereits die nächste Goldsuche und freuen uns auf weitere Funde. Viele Grüße aus Grenzach-Wyhlen und Bernau.
  • Familie G. aus Moosburg: Die Goldwaschtage haben uns sehr gefallen und es hat sehr viel Spaß gemacht. Es ist sehr spannend und die Ausbeute am Ende war großartig. Wir haben viel gelernt und auch viel neues Wissen gewonnen. Gerne kommen wir wieder.
  • Petra B. aus Gebesee: Ein herzliches Dankeschön für dieses wunderschöne Erlebnis! Wir konnten die Natur und die Schätze des Rheins auf eine besondere, spannende Art erleben. Die Enkelkinder zu beobachten, mit welchem Eifer sie dabei waren, um auch das begehrte Gold zu entdecken, war ganz toll. Wir werden ganz sicher noch einmal wiederkommen. Viele Grüße aus Gebesee in Thüringen!